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EMAF-MEDIENKUNSTPREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK (VDFK) FüR DAS GESTELL VON PHILIP WIDMANN

Die Jury bestehend aus Ekkehard Knörer (Filmkritiker und Publizist, Berlin), Conny E. Voester (freie Kuratorin und Projektmanagerin, Berlin/Basel) und Insa Wiese (Leiterin der Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg) hat auf dem European Media Art Festival den Film "Das Gestell" von Philip Widmann mit dem Medienpreis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt:

Ein deutscher Filmemacher geht nach Kyoto und trifft dort auf eine Gruppe japanischer Philosophen, die sich an der Übersetzung von Heideggers Technikphilosophie versuchen. Der Filmemacher beginnt sich selbst mit Heidegger zu befassen. 16mm-Aufnahmen, die er von Wasser und Wald, Stadt und Menschen macht, nehmen Kontakt auf mit Heideggers Biografie und seiner Philosophie. In geschriebener Form, als Untertitel, kommen Notizen zu Geschichte, aber auch die Gedanken der Philosophen ins Bild: der eine Moment, in dem die Philosophen hörbar nach der richtigen Übersetzung für Heideggers Sprache suchen, fällt umso stärker heraus. Wir geben den Preis an Philip Widmans Film "Das Gestell", der eine Begegnung zwischen Wörtern, Welten, zwischen Bildern und Klängen auf kluge, komplexe und indirekte Weise ins Bild setzt.

Vor der Verleihung des mit 1.000 Euro dotierten Preises verlas Conny E. Voester eine Erklärung der Jury. Sie erinnerte an das Schicksal ihrer Kolleginnen und Kollegen, die nicht nur in ihrer Arbeit behindert sondern inhaftiert oder sogar mit dem Tod bedroht werden, wie derzeit etwa in der Türkei. „Wir fordern weiterhin mit Nachdruck die Freilassung von Deniz Yücel sowie aller inhaftierter Journalisten“, sagte Voester unter Applaus bei der Preisverleihung des 30. European Media Art Festivals in Osnabrück.

13. ACHTUNG BERLIN - PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK FüR VANATOARE

13. ACHTUNG BERLIN - New Berlin Film Award (19. bis 26. April 2017)

Der undotierte Preis des Verbands der deutschen Filmkritik (VdFK) in der Kategorie Bester Spielfilm ging in diesem Jahr an


VANATOARE von Alexandra Balteanu


D 2016,  74 Min / Regie Alexandra Balteanu Darsteller/innen Corina Moise, Iulia Lumânare, Iulia Ciochin, Sergiu Costache, Drago Olaru Buch Xandra Popscu, Alexandra Balteanu Kamera Matan Radin Schnitt Antonella Sarubbi Ton Tobias Mahlstedt Musik Nimrod Gilboa Producer Stanislav Danylyshyn Produktion Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb)

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Jurybegründung:

Das Drama des Lebens undramatisch dargestellt, das zeichnet diesen Film aus. Mit einem genauen Blick hält er ein verbotenes Milieu fest, das am Rande der Gesellschaft angesiedelt ist. Er erklärt nicht, er zeigt mit dokumentarischer Genauigkeit, wie drei Frauen als Sexarbeiterinnen an der Straße versuchen, ihr Überleben zu realisieren. Ein inszenierter Film in realer Umgebung, Dialoge, die Alltagsprache in ihrer Oberflächlichkeit bewusst machen; ein Film, der in seiner unsentimentalen, präzisen Selbstverständlichkeit berührt.

 

Den Trailer zum Film finden Sie hier.

 

 

Eine Lobende Erwähnung erhält:

LASS DEN SOMMER NIE WIEDER KOMMEN (Regie: Alexandre Koberidze)

Jurybegründung:

Dieser Film ist eine Zumutung; eine Attacke auf unsere Sehgewohnheiten; eine Herausforderung. Mit der Handy-Kamera produziert der Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann und Cutter Alexandre Koberidze Bilder, wie wir sie so noch nie im Kino gesehen haben, eine neue optische Ästhetik, eine neue Form des Erzählens, die die Zuschauenden zu Beobachtenden macht, die ihren Weg suchen im Dschungel der Bilder. „Lass den Sommer nie wieder kommen“ ist ein im besten Sinne merkwürdiger Film. Und wahrlich Neues Kino.

 



Die diesjährige VdFk-Jury bestand aus Wilfried Reichart, Erika Richter und Sophie Charlotte Rieger.

 

Eine Übersicht aller Preise und Begründungen finden Sie hier.
 

ZUR NEUBESETZUNG DER BERLINALE-DIREKTION: AUSSCHREIBUNG UND FINDUNGSKOMMISSION GEFORDERT

Mit der Berlinale 2019 läuft der Vertrag des aktuellen Berlinale-Direktors aus. In den vergangenen Tagen berichteten Berliner Medien übereinstimmend, zurzeit werde über eine mögliche Neu-Besetzung des Postens verhandelt.

Der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) begrüßt die Absicht der kulturpolitisch Verantwortlichen zu einem Neuanfang in der Leitung der Berlinale.

Die Neubesetzung der Direktion des wichtigsten deutschen Filmfestivals bietet die seltene Möglichkeit, die Diskussion über die Zukunft der Berlinale zu öffnen. Eine ideale Gelegenheit, durch die Einbeziehung verschiedenster Gruppen, die sich für die Filmkultur in Deutschland und der Welt engagieren, das künstlerische Profil der Berlinale zu schärfen und ihre Verankerung in der internationalen wie nationalen Filmszene zu verbessern.

Daher sollte eine solche Diskussion ohne Zeitdruck und nach einem für die Öffentlichkeit transparenten Verfahren geführt werden.
Zudem wäre es wünschenswert, die Kriterien zu überprüfen, nach denen die Berlinale-Direktion besetzt wird: Ist ihr aktueller Zuschnitt noch zukunftstauglich? Andere Filmfestivals wie Cannes, Venedig oder Locarno zeigen, dass eine Aufteilung der Direktion in eine künstlerische Leitung mit entsprechend cinephiler Bildung und eine Geschäftsführung erfolgsversprechend sein kann.

Die Fragen, was eine gute Berlinale-Direktion ausmacht und worin die Aufgabe einer Institution wie der Berlinale in Zukunft besteht, verdienen eine offene und vielstimmige Diskussion und könnten den handelnden Kulturpolitikerinnen und -politikern wie der kritischen Öffentlichkeit unerwartete Perspektiven aufzeigen. Einer solchen Chance darf man sich nicht ohne Not verschließen.

Daher schlagen wir den Verantwortlichen ein offenes, internationales Ausschreibeverfahren mit nicht zu eng gefassten Eignungskriterien und eine mit Expertinnen und Experten besetzte Findungskommission vor.

Wir erwarten, dass die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Berliner Senatskanzlei in dieser Frage ihrer Verantwortung gerecht werden.

Vorstand und Beirat des Verbands der deutschen Filmkritik

UNTERSCHRIFTENAKTION GEGEN DIE ENTLASSUNG VON ANKE LIESKE

Die Journalistin, Feuilleton-Redakteurin und Filmkritikerin Anke Lieske (Autorenname Anke Westphal) wurde nach jahrelanger Tätigkeit für die Berliner Zeitung kurzfristig zum Ende der Berlinale entlassen. Die Kölner Dumont-Mediengruppe hat die bestehende Redaktion der Berliner Zeitung durch eine Redaktion ersetzt, die zugleich Berliner Zeitung und Berliner Kurier bedienen soll. Im Zuge dieser Umstrukturierung wurde hochqualifizierten und erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren wie Anke Lieske gekündigt.

Anke Lieskes Beitrag zum Feuilleton und zur Filmberichterstattung in Deutschland ist von besonderem Wert. Ihre reflektierte, kritische und unbestechliche Art über Film zu schreiben, gerade auch über Künstler der ehemaligen DDR, fehlt schon jetzt. Ihre Absetzung ist ein Skandal.

Wir protestieren gegen die de facto Abwicklung des seriösen Journalismus bei der "Berliner Zeitung" , insbesondere gegen das Austrocknen und "Downsizing" des Kulturressorts. Nur seriöser Journalismus verdient Beachtung. Seriöser Journalismus braucht die Unterstützung von Verlagen.

Wir fordern den Verlag Dumont-Schauberg dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass Qualitätsjournalismus, insbesondere im Filmressort der Berliner Zeitung, weiterhin gewährleistet wird. Insbesondere fordern wir dazu auf, die nach langjähriger Tätigkeit kurzfristig entlassene Anke Lieske in ihrer Tätigkeit als Filmjournalistin und Redakteurin weiterhin zu unterstützen und unter fairen Bedingungen zu beschäftigen.

Wir rufen den Verlag dazu auf, seine verantwortungsvolle Rolle als Impulsgeber für den gesellschaftlichen Diskurs mit relevanten Texten zu Film und Kino auch in Zukunft tatsächlich wahrzunehmen.

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MAREN ADE, ULRIKE OTTINGER UND HELKE MISSELWITZ MIT PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK 2016 AUSGEZEICHNET

Filmkritiker küren „Toni Erdmann zum besten Film des Jahres und ehren Dokumentarfilmmacherin und Regisseurin Helke Misselwitz für ihre Verdienste um den deutschen Film

Am Montag verlieh der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) in 12 Kategorien den Preis der deutschen Filmkritik. Der große Gewinner des Abends war Maren Ades „Toni Erdmann“. Die KritikerInnen kürten die Tragikomödie zum besten Spielfilm des Jahres 2016. „Toni Erdmann“ gewann darüber hinaus in den Kategorien Drehbuch (Maren Ade) und Schnitt (Heike Parplies). Als bestes Spielfilmdebüt wurde Jonas Rothlaenders in Lissabon spielendes Psychogramm „Fado“ ausgezeichnet. Zwei Preise gewann Maria Schraders „Vor der Morgenröte“: Josef Hader erhielt für seine Rolle als Stefan Zweig den Preis als bester Darsteller, Bildgestalter Wolfgang Thaler gewann den Preis in der Kategorie beste Kamera. Lilith Stangenberg wurde für ihre Rolle in Nicolette Krebitz’ „Wild“ zur besten Darstellerin des Jahres gekürt. In der Kategorie Musik gewannen Levin Kärcher und Alula Araya mit ihrer Filmmusik zu „Beti und Amare“.

 

„Auf Augenhöhe“ von Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf über die Konfrontation eines Zehnjährigen mit seinem kleinwüchsigen Vater wurde zum besten Kinderfilm des Jahres gewählt. Bester Dokumentarfilm 2016 wurde Ulrike Ottingers zwölfstündiger „Chamissos Schatten“, der auf den Spuren Adelbert von Chamissos traumhafte Landschaftsbilder, ethnologische Erkenntnisse und persönliche Erfahrungen verbindet. „Telefon Santrali“ von Sarah Drath über eine anachronistische Erzählung, die mit Atatürks Ausruf der türkischen Republik endet, wurde zum besten Kurzfilm gewählt. Zum besten Experimentalfilm kürte die deutsche Filmkritik „Havarie“ von Philipp Scheffner, der einen Clip von einem auf dem offenen Meer treibenden bemannten Schlauchboot über die Tonspur zu einer neunzigminütigen Collage zum Flüchtlingsthema gestaltet.

 

Den Ehrenpreis vergaben die Filmkritiker an die aus Zwickau-Planitz stammende Dokumentarfilmmacherin und Regisseurin Helke Misselwitz, die in ihren Filmen die deutsche Geschichte neu perspektiviert. In ihrer Laudatio führten Kuratorin Karola Gramann und Filmwissenschaftlerin Heide Schlüpmann von der Kinothek Asta Nielsen zu ihrem Werk aus: „Was uns auffällt an ihren Filmen, was wir erinnern, ist die getreue Beobachtung, die Anteilnahme an unspektakulärem Alltag, an Lebenswelten, an Orten und den Menschen, die dort anzutreffen sind“.

 

Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Über die Preisvergabe entscheiden Jurys aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik.

Das Pressedossiert mit den Jurybegründungen finden Sie auf hier zum Download.

 

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 Alle Gewinner und Laudatoren Preis der deutschen Filmkritik 2016 (Photo: Manuel Schäfer, manuelschaefer.co)

Lilith Stangenberg nimmt den Preis der deutschen Filmrkritik 2016 als Beste Darstellerin entgegen.

Gewinnerin in der Kategorie Beste Darstellerin: Lilith Stangenberg (Wild) (Photo: Manuel Schäfer, manuelschaefer.co)

Wolfgang Thaler nimmt den Preis der deutschen Filmkritik 2016 für die Beste Kamera entgegen

Gewinner in der Kategorie Beste Kamera: Wolfgang Thaler (Vor der Morgenröte) (Photo: Manuel Schäfer, manuelschaefer.co)

 

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Gewinnerin in der Kategorie Dokumentarfilm: Ulrike Ottinger (Photo: Manuel Schäfer, manuelschaefer.co)

Helke Misselwitz nimmt den Ehrenpreis entgegen

Ehrenpreis 2016 an Helke Misselwitz (Photo: Manuel Schäfer, manuelschaefer.co)

 

GEWINNER 2016

 

Bester Spielfilm

Toni Erdmann (Maren Ade)

 

Bestes Spielfilmdebüt

Fado (Jonas Rothlaender)

 

Beste Darstellerin

Lilith Stangenberg (Wild)

 

Bester Darsteller

Josef Hader (Vor der Morgenröte)

 

Bestes Drehbuch

Maren Ade (Toni Erdmann)

 

Beste Kamera

Wolfgang Thaler (Vor der Morgenröte)

 

Beste Musik

Levin Kärcher, Alula Araya (Beti und Amare)

 

Bester Schnitt

Heike Parplies (Toni Erdmann)

 

Bester Kinderfilm

Auf Augenhöhe (Evi Goldbrunner, Joachim Dollhopf)

 

Bester Dokumentarfilm

Chamissos Schatten (Ulrike Ottinger)

 

Bester Kurzfilm

Telefon Santrali (Sarah Drath)

 

Bester Experimentalfilm

Havarie (Philip Scheffner)

 

Ehrenpreis

Helke Misselwitz

 

 

 

Sponsoren Preis der deutschen Filmkritik 2016

GEDENKEN AN HANS-JOACHIM SCHLEGEL (26.1.1942 LEIPZIG - 30.10.2016 BERLIN)

Auf Bitten unseres Mitglieds Ralf Schenk leiten wir folgende Einladung zum öffentlichen Gedenken an das langjährige VdFk-Mitglied Hans-Joachim Schlegel am 7. Februar in der Deutschen Kinemathek weiter:

Liebe Freunde von Hans-Joachim Schlegel,

wir möchten des am 30. Oktober vergangenen Jahres verstorbenen Freundes gedenken.

Hans-Joachim Schlegel, 1942 in Leipzig geboren, war eine Institution. Sein immenses Wissen über den Film und die Politik Osteuropas, in der geschichtlichen wie in der aktuellen Perspektive, gab der ebenso erfahrene wie polyglotte Publizist, Autor und Berater in vielfältiger Weise an die Öffentlichkeit. Stark im Argument und entschieden in der Eigensinnigkeit hinterließ Hans-Joachim Schlegel überall dort, wo er wirkte, bei Verlagen und Lesern, bei Filmfestivals und Besuchern bleibenden Eindruck – und hinterlässt nun eine riesige Lücke. Seine Bücher, seine Texte werden bleiben, der Mensch aber, für den Sergej Eisenstein seit den Slawistik- und Philosophiestudien Ende der 1960er Jahre zu einer Art Übervater geworden war, er wird fehlen. Auch in der Analyse dessen, was sich im Film Osteuropas künftig tut.

Am Dienstag, dem 7. Februar, zwei Tage vor Beginn der Berlinale,
treffen wir uns um 18 Uhr
im Veranstaltungsraum der Deutschen Kinemathek, Potsdamer Straße 2.

Wir laden Sie dazu ein, sich an einen bemerkenswerten Menschen zu erinnern, der uns allen ein guter Freund war.


Jutta Brückner
Ralf Schenk
sowie die Stiftung Deutsche Kinemathek

NOMINIERUNGEN FüR DEN PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK 2016

„Toni Erdmann“, „Vor der Morgenröte“ und „Wild“ Favoriten auf den Preis der deutschen Filmkritik 2016 – Ehrenpreis für Helke Misselwitz

Die Filmkritiker haben entschieden:

Nominierungen für den Preis der deutschen Filmkritik 2016 stehen fest


Mit sechs Nominierungen geht „Toni Erdmann“ von Maren Ade als Favorit auf die renommierte Auszeichnung ins Rennen. „Vor der Morgenröte“ von Maria Schrader folgt ganz knapp dahinter mit fünf Nominierungen. Weiterhin darf sich Nicolette Krebitz mit „Wild“ über vier Kritiker-Nominierungen freuen. Damit stammen in diesem Jahr alle drei Favoriten-Spielfilme von Regisseurinnen. Die insgesamt 46 Nominierungen in 12 Kategorien verteilen sich auf 27 Filme.


Den diesjährigen Ehrenpreis erhält die 1947 in Zwickau geborene Autorin und Filmregisseurin Helke Misselwitz. Damit wird eine Künstlerin geehrt, die in ihrer knapp 40-jährigen Schaffenszeit in der ihr eigenen Verbindung aus Persönlichem und Politischem, Spiegelungen ost- aber auch westdeutscher Befindlichkeiten geschaffen hat. Wie keine andere bietet sie mit ihrem oft dokumentarischen Werk einen wichtigen künstlerischen und kritischen Blick auf Fragen von Identität und Transnationalität.


Der Verband der deutschen Filmkritik wird die Preise im Rahmen der Berlinale am Montag, 13. Februar 2017, in Anwesenheit der Nominierten verleihen. Der Preis wird in 12 Kategorien an deutsche Filme vergeben, die im vorhergehenden Kalenderjahr in den Kinos zu sehen waren.


Der Preis der deutschen Filmkritik wird seit mehr als 60 Jahren verliehen und ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird. Er richtet sich weder nach wirtschaftlichen, regionalen noch politischen Kriterien, sondern ausschließlich nach künstlerischen.
 

 

EHRENPREIS
Helke Misselwitz
 
BESTER SPIELFILM
Fado (Jonas Rothlaender)
Salt and Fire (Werner Herzog)
Toni Erdmann (Maren Ade)
Vor der Morgenröte (Maria Schrader)
Wild (Nicolette Krebitz)
 
BESTES SPIELFILMDEBÜT
Babai (Visar Morina)
Beti und Amare (Andy Siege)
Der Bunker (Nikias Chryssos)
Fado (Jonas Rothlaender)
Petting Zoo (Micah Magee)
 
BESTER DOKUMENTARFILM
Parchim International (Stefan Eberlein, Manuel Fenn)
Landstück (Volker Koepp)
Chamissos Schatten (Ulrike Ottinger)
Hinter dem Schneesturm (Levin Peter)
And-Ek Ghes (Philip Scheffner, Colorado Velcu)

BESTER KINDERFILM
Auf Augenhöhe (Evi Goldbrunner, Joachim Dollhopf)
König Laurin (Matthias Lang)
Molly Monster – Der Kinofilm (Ted Sieger, Michael Ekblad, Matthias Bruhn)
 
BESTER KURZFILM
Kaputt (Volker Schlecht, Alexander Lahl)
Der Struggle ist real (Britta Wandaogo)
Telefon Santrali (Sarah Drath)
 
BESTER EXPERIMENTALFILM
Copy Complete (Maria Auerbach)
Havarie (Philip Scheffner)
Thunder In My Heart (Carolina Hellsgård)
 
BESTE DARSTELLERIN
Luise Heyer (Fado)
Sandra Hüller (Toni Erdmann)
Julia Jentsch (24 Wochen)
Aenne Schwarz (Vor der Morgenröte)
Lilith Stangenberg (Wild)
 
BESTER DARSTELLER
Anand Batbileg/Tristan Göbel (Tschick)
Georg Friedrich (Wild)
Josef Hader (Vor der Morgenröte)
Eric Kabongo (Willkommen bei den Hartmanns)
Peter Simonischek (Toni Erdmann)
 
BESTES DREHBUCH
Maren Ade (Toni Erdmann)
Lars Hubrich (Tschick)
Maria Schrader, Jan Schomburg (Vor der Morgenröte)
 
BESTE KAMERA
Wolfgang Thaler (Vor der Morgenröte)
Colorado Velcu, Philip Scheffner, Parizan Nistor, Casino Nistor, Mario Ilie, Emporio Ilie, Noami Nistor, Fecioara Velcu, Zefir Chiciu, Jeckichan Velcu, Rata Miclescu, Calil Velcu, Donadoni Miclescu, Bernd Meiners u.a. (And-Ek Ghes)
Reinhold Vorschneider (Wild)

BESTER SCHNITT
Akiz, Philipp Virus, Anna-Kristin Nekarda (Der Nachtmahr)
Bettina Blickwede (Chamissos Schatten)
Heike Parplies (Toni Erdmann)
 
BESTE MUSIK
Levin Kärcher, Alula Araya (Beti und Amare)
Ernst Reijseger (Salt and Fire)
Toni Erdmann (Musikauswahl)

Aufgrund mehrfacher Rückfragen zur Nominierung von "Toni Erdmann" in der Kategorie "Beste Musik" weisen wir darauf hin, dass die Kategorie nicht auf eigene Musikkompositionen beschränkt ist, sondern wie in diesem Jahr geschehen auch die künstlerische Arbeit der Musikauswahl und deren Einsatz im Film gewürdigt werden kann. Die Offenheit der Kategorien beim Preis der deutschen Filmkritik ist uns wichtig. Allerdings möchten wir damit selbstverständlich nicht den Eindruck erwecken, dass wir die Arbeit von Musikkomponisten nicht wertschätzen, sondern im Gegenteil die Bedeutung von Musik im Kino in großer Bandbreite hervorheben.
 

 
Jurybesetzung 2016:
SPIELFILM/EINZELLEISTUNGEN:
Esther Buss (Filmdienst)
Matthias Dell (der Freitag)
Anke Leweke (DeutschlandRadioKultur, Die Zeit)
Julia Teichmann (Filmdienst)
Anke Westphal (Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau)
 
DOKUMENTARFILM:
Knut Elstermann (rbb, MDR, Arte)
Rainer Gansera (Filmdienst)
Martina Knoben (Süddeutsche Zeitung, epd Film)
 
KINDERFILM:
José García (textezumfilm, Die Tagespost)
Reinhard Kleber (Vision Kino, Kinofenster)
Johannes Litschel (Radio Dreyeckland)
 
KURZFILM:
Jennifer Borrmann (ray Filmmagazin, Filmdienst)
Claus Löser (Berliner Zeitung, taz)
Silvia Hallensleben (epd Film, taz, Tagesspiegel)
 
EXPERIMENTALFILM:
Dunja Bialas (artechock.de)
Hannes Brühwiler (critic.de)
Conny Voester (blackbox)

 

 

Sponsoren Preis der deutschen Filmkritik 2016

 

LOST IN POLITICS: DIE DRITTE WOCHE DER KRITIK ERöFFNET MIT KONFERENZ ZUR POLITIK IM KINO

Zum dritten Mal richtet der Verband der deutschen Filmkritik vom 8.-16. Februar 2017 die “Woche der Kritik” aus. Den Auftakt der Reihe bildet am Mittwoch, dem 8. Februar eine Konferenz zum Wert des Politischen im Kino und zur Gefahr seiner Vereinnahmung durch Themen.

Zu den Gästen zählen die griechische Regisseurin und Produzentin Athina Rachel Tsangari (u.a. “Attenberg”, “Chevalier”), der Filmkritiker Joachim Lepastier (Cahiers du Cinéma), der Philosoph Alexander Garcìa Düttmann (Universtität der Künste Berlin) und Carlos Gerstenhauer, Redaktionsleiter Kino und Debüt beim Bayerischen Rundfunk.

Mittwoch, 8. Februar 2017, 19 Uhr im Silent Green Kulturquartier, Gerichtstraße 35, 13347 Berlin

Nach der großen Resonanz unserer Veranstaltung zur internationalen Wirkung des deutschen Kinos im Februar 2016 wird die Auftaktkonferenz damit fester Bestandteil der Film- und Debattenreihe.

Lost in Politics
Müssen Filme politisch sein?
Oder: Vom Kino der Gegenwart, der Gefahr seiner Vereinnahmung durch Inhalte und der Angst vor der Kunst.

Filme, die die Schwächeren verteidigen und die Gerechten zu Helden machen, haben Konjunktur. Vielleicht ist ja gerade ein besonders dringlicher Bedarf an solchen Filmen; immerhin ist ein betont engagiertes Kino nicht nur allgegenwärtig, es wird auch gefeiert und mit Preisen bedacht. Da wären Jacques Audiards dramatischer Flüchtlings-Thriller "Dheepan", der 2015 in Cannes gewann, Gianfranco Rosis Lampedusa-Doku-Essay "Fuocoammare", der 2016 bei der Berlinale triumphierte, oder der jüngste Cannes-Sieger "I, Daniel Blake" von Ken Loach über einen von der Sozialbürokratie marginalisierten Tischler.

Unter den Filmen mit politischen Inhalten finden sich gleichermaßen langweilige, aufregende, herausragende und ärgerliche. Eines aber haben sie gemein: Angepriesen werden sie als richtig und wichtig. Das bringt auch die Filmkritik in Schwierigkeiten, weil sie diesen Filmen und ihren ApologetInnen zu oft nur ins politische Argument folgt und aufhört, über das Kino zu sprechen: Die politische Schlagzeile verdrängt den ästhetischen Diskurs.

Vor dem Auftakt der Filmfestspiele, die routiniert mit dem Attribut des politischsten A-Festivals versehen werden, fragen wir nach dem Wert der Politik im Kino und danach, wie man politisch Kino machen kann, statt aus Kino Politik.

Wie ernst ist es den Filmen und ihren Machern mit dem politischen Anspruch? Wird ein Film erst wichtig, wenn sein Thema politisch ist? Oder macht ihn das in den Gremien des Förderbetriebs überhaupt erst finanzierbar? Und vor allem: Was heißt es für die Kunst des Filmemachens, wenn sich das Kino so stark über vordergründige Inhalte definiert? Was bedeutet das für sein ureigenstes Instrumentarium: die künstlerische Form?

Anmeldung unter konferenz@vdfk.de, Eintritt 5 Euro.

 

WOCHE DER KRITIK

An die Konferenz schließt die WOCHE DER KRITIK mit sieben Film- und Debattenprogrammen an. Sie verknüpft die Präsentation aktueller Filme mit Debatten über kulturpolitische und ästhetische Fragestellungen. Die Filmprogramme und Diskussionen finden erneut im Hackesche Höfe Kino statt. Zu den Gästen der “Woche der Kritik” zählten in den Vorjahren etwa der Filmkritiker des “New Yorker”, Richard Brody, die Künstlerin Heba Amin, der Leiter der Semaine de la Critique Cannes, Charles Tesson, und der Filmemacher Denis Côté.

Die WOCHE DER KRITIK ist eine Veranstaltung des Verbands der deutschen Filmkritik e.V.

Woche der Kritik
Jendrik Walendy (Presse)
Bornsdorfer Straße 4
12053 Berlin
+49 (0)176 6264 0223
E-Mail: presse@wochederkritik.de
Web: www.wochederkritik.de
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twitter.com/wochederkritik
#wochederkritik

VdFk - Verband der deutschen Filmkritik e.V.
Frédéric Jaeger (Geschäftsführender Vorstand)
E-Mail: jaeger@vdfk.de
Tel.: +49 (0)30 440 41 443
Web: www.vdfk.de

ZUM TODE VON HANS-JOACHIM SCHLEGEL (26.1.1942-30.10.2016)

Als Journalist und Publizist hat sich Hans-Joachim Schlegel ums Kino verdient gemacht, insbesondere um den osteuropäischen Film, dem er auf Festivals, als Mitglied von Jurys und in zahllosen Publikationen - u.a. auch als Autor des FILMDIENST - jahrzehntelang Würdigung verschaffte. Nun ist Hans-Joachim Schlegel 74-jährig gestorben.

Ein Nachruf von Ralf Schenk: lesen.

  

SIEGFRIED KRACAUER PREIS 2016 VERLIEHEN

Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg und die Film- und Medienstiftung NRW zeichnen gemeinsam mit dem Verband der deutschen Filmkritik Ekkehard Knörer mit dem Siegfried Kracauer Preis 2016 für die beste Filmkritik aus. Das Siegfried Kracauer Stipendium geht an Patrick Holzapfel.

Köln, 10. November 2016. - Ekkehard Knörer gewinnt den Preis für die beste Filmkritik für seinen Text zu „Wild“ von Nicolette Krebitz. Er erschien unter dem Titel „Außer sich“ in der Zeitschrift Cargo im März 2016. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Das Stipendium für das Jahr 2016/17 in Höhe von insgesamt 12.000 Euro erhält Patrick Holzapfel, der eine sechsteilige Artikelserie zum Thema „Zukunft des Kinos“ sowie einen regelmäßigen Blog verfassen wird. Die Preisübergabe fand während der feierlichen Verleihung des Kinoprogrammpreis NRW im Rahmen des Film- und Kinokongresses in Köln statt.

Die nach dem herausragenden Filmtheoretiker benannte Auszeichnung wird jährlich vergeben. Zu der von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und dem Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) ins Leben gerufenen Initiative kam 2016 als neuer Partner die Film- und Medienstiftung NRW hinzu. Beide Filmförderungen stiften den Preis gemeinsam.

„Wir freuen uns, diese Auszeichnung nun zum dritten Mal zu vergeben und so wieder auf einige herausragende Filmkritiken des letzten Jahres aufmerksam zu machen. Gute Filmkritiken bieten nicht nur Information und Orientierung für den Kinogänger. Sie sind oft selbst kleine Kunstwerke und ein Genuss an sich,“ so Carl Bergengruen.

Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, unterstrich: „Mit dem Siegfried Kracauer Preis möchten wir die besondere Bedeutung der Filmkritik für unser Metier hervorheben. Eine gute Kritik ist Werbung für Filme, Feedback für die Macher und ein wichtiger Beitrag zum kulturellen Diskurs. Die diesjährigen Nominierungen und Arbeiten von Preisträger Ekkehard Knörer und Patrick Holzapfel belegen die Bandbreite und Qualität der Filmkritik eindrucksvoll.“

Die diesjährige Jury bestand aus Barbara Albert, Regisseurin, Autorin und Produzentin, Joachim Kühn, Geschäftsführer von Real Fiction Filmverleih und Kinobetreiber, und Sven von Reden, freier Filmkritiker und Stipendiat des Siegfried Kracauer Preises 2015. Ekkehard Knörer habe unter 69 Bewerbern für die beste Filmkritik mit seinem Sprachstil überzeugt, der die „Wahrnehmung des Films“ widerspiegele, so die Jury. Weiter heißt es in ihrer Begründung: „Wir bekommen sofort Lust aufs Kino, wollen den Film (noch einmal) sehen.“ Den zukünftigen Stipendiaten Patrick Holzapfel würdigte die Jury für seinen „ebenso persönlichen wie reflektierten Zugang zum Kino“. Seine Texte offenbarten eine „fühlbare Leidenschaft für den Film mit einem für sein junges Alter erstaunlich breitem Wissen über Filmgeschichte und Weltkino“.

Der Verband der deutschen Filmkritik dankte am Abend der Verleihung dem bisherigen Medienpartner FILMDIENST, würdigte dessen filmkritisches Engagement und bedauerte das bevorstehende Aus für die Printausgabe. „Die Zukunft des Kinos ist nach derzeitigem Stand gesicherter als die Zukunft der Filmkritik“, so das ernüchternde Fazit des Abends. Die Stiftung des Siegfried Kracauer Preises für Filmkritik durch zwei einflussreiche Filmförderungen wertete der Verband jedoch als hoffnungsvolles Zeichen für die Filmkritik, den Film und das Kino gleichermaßen.

Auf der Internetseite www.siegfried-kracauer-preis.de stehen weitere Informationen bereit.


Ansprechpartner
Film- und Medienstiftung NRW, Erna Kiefer, +49 (0)211 9305022, ernakiefer@filmstiftung.de
MFG Filmförderung Baden-Württemberg, Uwe Rosentreter, +49 (0)711 90715-407, rosentreter@mfg.de
VdFK e.V., Dunja Bialas, +49 (0)179 28 40 279, kracauer@vdfk.de

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