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EMAF-PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK FüR WOMAN WITHOUT MANDOLIN

Beim European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück 2016 hat die Jury des Verbands der deutschen Filmkritik Fabiano Mixos Film „Woman Without Mandolin“ (D, 4:47 Min) ausgezeichnet.

Der EMAF-Medienkunst-Preis der deutschen Filmkritik wird an eine herausragende deutsche Arbeit des Festivals vergeben und ist mit 1000 Euro dotiert.

 

Begründung:

Woman Without Mandolin zeigt uns das Portrait einer Frau – ein Portrait in Bewegung. Ein Gesicht und einen Körper durch die Zeit zerschnitten und geteilt - in der Zeit und durch die Zeit gefaltet. Dieser kunstvolle und poetische Film von Fabiano Mixo ist nicht nur inspiriert von der kubistischen Malerei und ihren Meistern, er ist vielmehr deren Aktualisierung durch die Möglichkeiten der Audiovisualität, durch die Montage, die für die Dauer eines Films unaufhörlich fragmentiert und neue Proportionen schafft.

Mit diesem Film zeigt Mixo, dass er eine klare Vorstellung vom Wesen der Filmkunst hat, von ihrer Möglichkeit, den Kubismus durch Bewegung und Zeit neu zu denken und neu zu öffnen. Er etabliert auch einen Blick auf den Menschen, dem nicht nur eine Perspektive gemäß sein kann und durch den sich der Mensch stets zeigt und gleichzeitig verbirgt. Durch dieses Verfahren und die intensive Präsenz seiner Darstellerin Miriam Goldschmidt wirft Mixos Film die ganz fundamentale Frage nach der Wahrnehmung und der Repräsentation des anderen Menschen auf.“

Die VDFK-Jury 2016: Lukas Stern, Carolin Weidner und Wilfried Hippen (vlnr) / Foto: Angela von Brill

Berlin/Osnabrück, 25.04.2016

DER NACHTMAHR MIT VDFK-PREIS BEI ACHTUNG BERLIN AUSGEZEICHNET

Beim Filmfestival Achtung Berlin wurde gestern Abend "Der Nachtmahr" mit dem Preis des Verbands der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

Der VDFK-Preis für einen Film aus dem Spielfilm-Wettbewerb von Achtung Berlin geht 2016 an "Der Nachtmahr" von Akiz. Eine Lobende Erwähnung ging an "Ferien" von Bernadette Knoller.

Produzent Simon Rühlemann mit Hauptdarstellerin Carolyn Genzkow / (c) achtung berlin 2016

Begründungen:

Gewinner: Der Nachtmahr von Akiz

Dieser Film fährt seinem Publikum direkt in die Eingeweide. Noch vor dem eigentlichen Beginn bereitet Regisseur Akiz mit durchaus ernstgemeinten Gesundheitswarnungen auf die Alptraumvisionen vor, die er auf sein Publikum loslässt. Ein Film wie auf Drogen: Mit rastloser Kamera, unbescheidenem und geschultem Stilwillen, einem angstfreien Traum vom deutschen Genrefilm, viel Verve und noch mehr inszenatorischer Euphorie zieht uns „Der Nachtmahr“ in seinen Bann. Ein Film, der sein Publikum ganz sicher spaltet - allerdings mit einer unbedingten Kompromisslosigkeit, die nachhaltig fasziniert und verstört. Eine Ausnahmeerscheinung. Eine Provokation. Ein Glücksgriff für das deutsche Kino.

Lobende Erwähnung für: Ferien von Bernadette Knoller 

Eine junge Frau, angehende Juristin, hört von einem Moment auf den anderen auf, im System zu funktionieren – und wird von ihren Eltern kurzerhand auf eine namenlose deutsche Insel verschifft. Was für ein Debütfilm! Zunächst mit abrupten Schnitten elliptisch erzählt, entführt uns Bernadette Knoller in ein vielerorts absurdes Universum, in dem niemand so richtig tickt – und genau das macht den Reiz dieses Aussteiger-Märchens aus. Mit trockenem Slapstick, viel Liebe zu seinen Figuren und einem surrealen Touch schickt dieser Film sein Publikum selbst in die Ferien - vom konventionellen Erzählen, von der Leistungslogik und von der unerträglichen Normalität des Seins.

 

Die dreiköpfige VDFK-Jury bestand 2016 aus den FilmkritikerInnen Toby Ashraf, Bettina Hirsch und Christoph Petersen.

Berlin, 21.04.2016

DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER GEWINNT PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK

Filmkritiker küren „Der Staat gegen Fritz Bauer“ zum besten Film des Jahres und ehren Produzent Joachim von Mengershausen für seine Verdienste um den deutschen Film.

 

Lars Kraumes Drama „Der Staat gegen Fritz Bauer“ über das Wirken des Nazi-Jägers Fritz Bauer im Nachkriegsdeutschland ist vom Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) als bester Spielfilm des Jahres 2015 ausgezeichnet worden. Hauptdarsteller Burghart Klaußner erhielt den Preis als bester Darsteller. Der VdFk hat am Montag, den 15. Februar 2016, den Preis der deutschen Filmkritik im Rahmen der Berlinale in 12 Kategorien vergeben. Dabei wurde Gerd Schneiders Drama „Verfehlung“ über einen Priester, der mit einem sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche konfrontiert wird, als bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet. Laura Tonke, die in „Hedi Schneider steckt fest“ eine Depressions-Patientin spielt, wurde als beste Darstellerin des Jahres geehrt. In gleich zwei Kategorien gewann Sebastian Schippers in einer einzigen Einstellung gedrehtes Berlin-Drama „Victoria“, sowohl Sturla Brandth Grøvlen für die beste Kamera als auch Nils Frahm für die beste Musik in „Victoria“ erhielten eine Auszeichnung. Auch Dietrich Brüggemanns Neonazi-Farce „Heil“ wurde zweimal gekürt: Die Auszeichnung für das beste Drehbuch ging an Dietrich Brüggemann, während Vincent Assmanns Leistung als Editor mit dem Preis für den besten Schnitt gewürdigt wurde.

Ekrem Ergüns „Hördur“ über ein Mädchen, das seine Leidenschaft für Pferde entdeckt, wurde als bester Kinderfilm des Jahres prämiert. Bester Dokumentarfilm ist Martin Gressmanns „Das Gelände“, der über Jahrzehnte ein Berliner Brachgelände beobachtet, auf dem während der NS-Diktatur das Gestapo-Hauptgebäude stand. Marko Mijatovics „Stadt der Elefefanten“ über eine ehemalige Bergarbeitersiedlung in Bosnien-Herzegowina wurde von den Filmkritikern als bester Kurzfilm des Jahres ausgezeichnet. Bester Experimentalfilm ist Alexandra Gerbaulets „Schicht“, der die persönliche Geschichte der Autorin mit der NS-Vergangenheit der Stadt Salzgitter verbindet.

Den Ehrenpreis vergaben die Filmkritiker an den früheren Redakteur und Produzenten Joachim von Mengershausen für seine Verdienste um den deutschen Film. Mit seinem Schaffen sind die Erfolge von Wim Wenders, Rainer Werner Fassbinder, Edgar Reitz, Peter Lilienthal und Rosa von Praunheim verbunden. „Wenn es Joachim von Mengershausen nicht gegeben hätte, wäre das Deutsche Kino erheblich ärmer gewesen“, sagte Wim Wenders, der die Arbeit Mengershausens im Rahmen der feierlichen Preisverleihung mit einer persönlichen Laudatio würdigte.

 

 

Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Erster Preisträger war vor sechzig Jahren Helmut Käutners „Der Hauptmann von Köpenick“. Über die Preisvergabe entscheiden mehrere Jurys, die aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik bestehen.

Hier können Sie das Pressedossier herunterladen >>

 

 

 

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KINO MACHEN ANDERE / ABLAUFPLAN

Erstmals laden der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) und die Heinrich-Böll-Stiftung am Vorabend der Berlinale, dem größten Fest der deutschen Filmbranche, zu einer internationalen Konferenz ein, die sich dem Zustand der deutschen Filmkultur widmet. Unter dem Titel „KINO MACHEN ANDERE – Warum der deutsche Film nur unter sich feiert“ diskutieren internationale Gäste über den anhaltenden Misserfolg der Filme auf internationalen Festivals, der 2015 darin seinen Tiefpunkt fand, dass kein einziger Beitrag aus Deutschland in den Wettbewerben von Cannes, Venedig und Locarno vertreten war.

 
Die Konferenz findet am Mittwochabend, 10. Februar 2016 um 18:30 Uhr im "silent green Kulturquartier" statt. Charles Tesson, Leiter der Semaine de la Critique in Cannes, wird in seiner Keynote die Lage aus der Sicht eines wichtigen Festivalmachers beleuchten. Im Folgenden werden Symptome, Ursachen und Lösungsansätze debattiert, zunächst aus der Distanz und dann ausgehend von den konkreten Förder- und Produktionsbedingungen des aktuellen deutschen Kinos. Zu den weiteren Gästen gehören Richard Brody (The New Yorker), Sergio Fant (Festival del film Locarno), Bettina Reitz (hff München), Katrin Schlösser (ö Filmproduktion), Brigitta Wagner (Autorin Berlin Replayed) und Lars Henrik Gass (Internationale Kurzfilmtage Oberhausen).
 
 
Konferenz:
„KINO MACHEN ANDERE –
Warum der deutsche Film nur unter sich feiert“
 
 
Datum:
Mittwoch, 10. Februar 2016
 
 
Uhrzeit:
18:30 Uhr (Einlass/Registrierung: 17:30 Uhr)
 
 
Ort:
silent  green Kulturquartier (ehem. Krematorium)
Gerichtstr. 35
13347 Berlin- Wedding
 
 
Anfahrt:
S- & U-Bahnhof Wedding (S41 / S42 / U6)
  
Wir bitten um frühzeitiges Erscheinen aller angemeldeten Teilnehmer und die anderen um Geduld.
 
Anmeldung: konferenz@vdfk.de (Freier Eintritt im Rahmen der verfügbaren Plätze)
 
 
Konferenzsprache ist Englisch. Das zweite Panel findet in deutscher Sprache statt und wird ins Englische simultan übersetzt.
 
 

Ablauf:
 
18.30 Uhr
Begrüßung durch die Heinrich Böll Stiftung e.V. und den Verband der deutschen Filmkritik e.V. (VdFk)
 
im Anschluss: 
  Charles Tesson (Keynote)
 
I) Internationale Bühnen und der deutsche Film
 
Gespräch: 
  Richard Brody
  Charles Tesson
  Sergio Fant
 
Moderation: 
  Carmen Gray
 
Pause
ca. 20 min.
 
II) Hindernisse und Strategien
  
Impuls-Vortrag von Brigitta Wagner (Filmhistorikerin, Regisseurin)
 
Impuls-Vortrag von Lars Henrik Gass (Int. Kurzfilmtage Oberhausen)
 
Im Anschluss:
 
Debatte mit dem Publikum und 
  Bettina Reitz
  Katrin Schlösser
  Brigitta Wagner
  Lars Henrik Gass
 
Moderation: 
  Andreas Busche
 
22:30 Uhr
Ende

EHRENPREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK AN JOACHIM VON MENGERSHAUSEN

 

Für seine Verdienste um den deutschen Film wird der frühere Redakteur und Produzent Joachim von Mengershausen 2016 mit dem Ehrenpreis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

Damit würdigt der Verband der deutschen Filmkritik Joachim von Mengershausen für sein Lebenswerk, mit dem er sich in filmhistorisch bedeutsamer Weise dem deutschen Film verpflichtet hat. Mit dieser Auszeichnung wirft der Verband einen Blick zurück auf die filmhistorische Epoche des Neuen Deutschen Films und die großen Erfolge des deutschen Autorenfilms. An diesem herausragenden Kapitel deutscher Filmgeschichte, in dem der deutsche Film weltweite Anerkennung fand, hat Joachim von Mengershausen maßgeblich mitgewirkt.

Mit seiner Arbeit verbunden sind Namen wie Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Edgar Reitz, Peter Lilienthal oder Rosa von Praunheim, deren Filme er als Produzent, Dramaturg oder Redakteur des Westdeutschen Rundfunks umfänglich ermöglicht hat oder deren Anfänge er – im Fall von Rainer Werner Fassbinder – in eigener Regie filmisch dokumentiert hat. Unter dem von ihm verantworteten Filmen finden sich so zeitgeschichtlich herausragende Werke wie Alice in den Städten, Paris Texas und Der Himmel über Berlin von Wim Wenders oder Heimat und Die zweite Heimat von Edgar Reitz.

Mit der Verleihung des Ehrenpreises an Joachim von Mengershausen würdigt der Verband der deutschen Filmkritik eine kreative Leistung filmischer Mitgestaltung, die epochenbildende Bedeutung hatte. Zudem hat Joachim von Mengershausen auch als Filmkritiker gearbeitet, wodurch sich der Verband der deutschen Filmkritik ihm zusätzlich verbunden fühlt.

Der Ehrenpreis wird im Rahmen der Verleihung der Preise der deutschen Filmkritik vergeben, die am Montag, dem 15. Februar 2016 während der Berlinale stattfindet. Die Laudatio hält Wim Wenders.

Veranstaltungsort: Tube Station (Friedrichstr. 180-184, 10117 Berlin; U2 – Stadtmitte)
Einlass: 19 Uhr 30
Beginn der Preisverleihung: 20 Uhr

Zutritt nur auf Einladung.

 

STELLUNGNAHME ZUR NEUBESETZUNG DER FESTIVALLEITUNG MAX OPHüLS PREIS

In einer gestern von der Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz versandten Pressemitteilung zur Zukunft des "Festival Max-Ophüls-Preis" und Neubesetzung der Festivalleitung ohne vorherige Ausschreibung heißt es unter anderem:

"Personalvorschläge kamen auch aus der Filmbranche selbst. Zu den Experten, die uns hier beraten haben, zählten unter anderem ... auch Vertreter aus dem Verband der deutschen Filmkritiker".

Hierzu stellen wir fest: Es hat keinerlei Beratung durch den "Verband der deutschen Filmkritik" (VDFK) stattgefunden, auch hat der VDFK der Stadt Saarbrücken keinerlei Personalvorschläge gemacht; auch einem Expertengremium der Stadt Saarbrücken gehört der VDFK nicht an.

Mit ihren Formulierungen möchte die Oberbürgermeisterin gezielt den Eindruck erwecken, als stünde der Verband der deutschen Filmkritik hinter besagter Mitteilung und hinter dem darin formulierten Versuch den Nachfolger einer verdienten Festivalleiterin ohne seriöse Ausschreibung oder Fachberatung einzusetzen.

Diesen Eindruck weisen wir entschieden zurück!

Im Gegenteil beobachtet der VDFK mit Sorge und Verwunderung, wie ein funktionierendes, über Deutschland hinaus renommiertes Festival durch politische Willkür gefährdet wird. Wir teilen die Sorgen vieler deutschen Filmemacher wie auch vieler Sponsoren um die Zukunft des "Festivals Max Ophüls-Preis".

Der "Verband der deutschen Filmkritik" fordert die Stadt Saarbrücken auf, die organisatorische und ökonomische Unabhängigkeit des "Festival Max-Ophüls-Preis" sicherzustellen, und die Neubesetzung der Festivalleitung in einem transparenten, Kriterien der "corporate governance" verpflichteten, öffentlichen und fachlich kompetenten Verfahren zu gewährleisten.

Mit freundlichem Gruß

Vorstand und Beirat

27.01.2016

PODCAST: ES FUNKTIONIERT! ÜBER QUALITäT IM DEUTSCHEN FILM.

Am Freitag, dem 6.11.2015 fand in der Akademie der Künste in Berlin eine Debatte über Qualität im deutschen Film statt, gemeinsam organisiert vom Verband der deutschen Filmkritik und der AdK.

 

 

 

Direkter Link zur Audio-Aufzeichnung der Debatte (mp3) (aus rechtlichen Gründen sind die Drehbuchlesung von Oskar Roehler und Katja Riemann sowie der Vortrag von Tatjana Turanskyj nicht enthalten).

Eine Zeitübersicht der einzelnen Beiträge gibt es hier:

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NOMINIERUNGEN FüR DEN PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK 2015 STEHEN FEST

Nominierungen für den Preis der deutschen Filmkritik 2015:
Filmkritiker nominieren 32 deutsche Produktionen für Auszeichnungen in 12 Kategorien

Die Jurys des Verbandes der deutschen Filmkritik haben ihre Favoriten für den seit 1956 vergebenen Preis der deutschen Filmkritik bekannt gegeben - insgesamt 32 verschiedene Filme aus dem vergangenen Kinojahr wurden für die 12 Kategorien der renommierten Auszeichnung nominiert: Gleich vier Nominierungen erhalten sowohl Burhan Qurbanis „Wir sind jung. Wir sind stark“ über die ausländerfeindlichen Übergriffe im Rostock der Nachwendezeit als auch Christian Froschs „Von jetzt an kein zurück“ über die Auswirkungen der 1968er-Revolte. Während Qurbanis präzise Chronologie der Ereignisse im Sommer 1992 Nominierungen als bester Spielfilm, für den besten Darsteller (Jonas Nay), die beste Kamera und den besten Schnitt erhält, ist Christian Froschs facettenreiches Porträt der BRD-Ära als bester Spielfilm, für die beste Darstellerin (Victoria Schulz), die beste Musik und den besten Schnitt nominiert. Mit jeweils drei Nominierungen gehen Sebastian Schippers in einer einzigen Einstellung gedrehtes Drama „Victoria“ und Max Linz’ Spielfilmdebüt, die Farce „Ich will mich nicht künstlich aufregen“, in das Rennen um dem Preis der deutschen Filmkritik, der am 15. Februar 2016 vergeben wird. Dabei ist Sebastian Schippers konzentriert fiebrige Schilderung einer Berliner Nacht „Victoria“ nicht nur als bester Spielfilm des Jahres nominiert, sondern auch für die beste Kamera und die beste Musik. Max Linz’ vielschichtiger Blick auf das Verhältnis zwischen Kunst und Politik in „Ich will mich nicht künstlich aufregen“ wurde von den Filmkritikern des Verbandes der deutschen Filmkritik (VdFk) sowohl als bester Spielfilm als auch als bestes Debüt des Jahres nominiert. Außerdem erhält der Film eine Nominierung für die beste Musik. Mit jeweils zwei Nominierungen folgen Lars Kraumes Kammerspiel „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (bester Spielfilm, bester Darsteller) sowie Dietrich Brüggemanns Satire „Heil“ (bestes Drehbuch, bester Schnitt).

Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Erster Preisträger war vor sechzig Jahren Helmut Käutners „Der Hauptmann von Köpenick“, im vergangenen Jahr wurde Johannes Nabers „Zeit der Kannibalen“ als bester Film des Jahres ausgezeichnet. Ermittelt werden die Gewinner über Jurys aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik (VdFk). Die Preisverleihung findet im Rahmen der Berlinale am Montag, den 15. Februar 2016, in Anwesenheit von Nominierten und Preisträgern statt. Der Preis wird in 12 Kategorien an deutsche Filme vergeben, die im vorangehenden Kalenderjahr in den Kinos zu sehen waren.

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KINO MACHEN ANDERE - KONFERENZ UND 2. WOCHE DER KRITIK

2015 wurde in Cannes, Locarno und Venedig ohne deutsche Filme gefeiert – im Vorfeld der zweiten WOCHE DER KRITIK steht deshalb das deutsche Kino im Mittelpunkt einer Debatte, die sich den Ursachen dafür widmet.

 
KINO MACHEN ANDERE – Warum der deutsche Film nur unter sich feiert
 
Nach einem gelungenen Debüt Anfang des Jahres wird auch 2016 parallel zur Berlinale wieder die WOCHE DER KRITIK stattfinden. Zusätzlich laden der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) und die Heinrich-Böll-Stiftung am Vorabend der Berlinale, dem größten Fest der deutschen Filmbranche, zu einer internationalen Konferenz über den Zustand der deutschen Filmkultur ein. Unter dem Titel „KINO MACHEN ANDERE – Warum der deutsche Film nur unter sich feiert“ diskutieren internationale Gäste über den anhaltenden Misserfolg deutscher Filme auf internationalen Festivals, der 2015 darin seinen Tiefpunkt fand, dass kein einziger deutscher Film in den Wettbewerben von Cannes, Venedig und Locarno vertreten war.
Die Konferenz findet am Mittwochabend, 10. Februar 2016 im Kulturquartier Silent Green (ex-Krematorium Wedding, Gerichtstr. 35, 13347 Berlin S+U-Bahn Wedding) statt. Charles Tesson, Leiter der Semaine de la Critique in Cannes, wird in seiner Keynote die Lage aus der Sicht eines wichtigen Festivalmachers beleuchten. Im Folgenden werden Symptome, Ursachen und Lösungsansätze aus internationaler und interdisziplinärer Perspektive debattiert. Zu den weiteren Gästen gehören Richard Brody (Filmredakteur, The New Yorker), Sergio Fant (Auswahlkommission, Festival del film Locarno) und Lars Henrik Gass (Leiter, Kurzfilmtage Oberhausen).
 
 
WOCHE DER KRITIK
 
Vom 11. bis 18. Februar ist dann das Hackesche Höfe Kino in Berlin-Mitte wieder Treffpunkt der zweiten Ausgabe der WOCHE DER KRITIK. Sie bietet parallel zur Berlinale ein konzentriertes Filmprogramm, das an sieben Abenden zur intensiven Auseinandersetzung mit Kino, ästhetischen und erzählerischen Formen und deren politischen Rahmenbedingungen einlädt.
 
Die Kritikerwochen in Cannes, Venedig und Locarno sind schon lange Zeit integraler Bestandteil des jeweiligen Festivalprogramms. Die Verbindung von Filmerlebnis und Reflexion ist Alleinstellungsmerkmal der WOCHE DER KRITIK in Berlin. Gäste aus unterschiedlichen Ländern und verschiedensten Disziplinen bringen ihre Perspektiven dazu ein und machen die Veranstaltung zu einem lebendigen »Think Tank« während der Internationalen Filmfestspiele in der Hauptstadt.
 
Die WOCHE DER KRITIK ist eine Veranstaltung des Verbands der deutschen Filmkritik e.V. in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
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ES FUNKTIONIERT!

Einladung zur Debatte über Qualität im deutschen Film in der Akademie der Künste

Es funktioniert!“
Statements und Gespräche
 
am Freitag, dem 6.11.2015 von 18 bis ca. 22 Uhr
im Plenarsaal der Akademie der Künste am Pariser Platz 4, 10117 Berlin
 
Es funktioniert!“ Ein gebräuchliches Wort, wenn es um die Frage geht, ob ein Film gelungen ist. Doch was sagt das aus über die Qualität eines Films? Die Akademie der Künste und der Verband der deutschen Filmkritik haben vor wenigen Wochen einen Aufruf mit der Frage gestartet, was die Qualität eines Filmes ausmacht. Eine Frage, die sich Institutionen, Filmemachern, Kritikern und dem Publikum immer wieder von neuem stellt. Die Antworten darauf und kontroverse Statements werden im Zentrum des Abends stehen – mit gewagten Überlegungen und satirischen Ausflügen, in einer Abfolge von kurzen Statements und Gesprächen.
 
Oskar Roehler wird mit Katja Riemann aus einem Drehbuch vorlesen, Christoph Hochhäusler über cinephiles Begehren sprechen, Bettina Schoeller-Bouju berichten, wer über die Qualität des deutschen Films in Gremien entscheidet, Wilfried Reichart Ergebnisse einer Umfrage vorstellen, Mirjam Schaub die Begriffe von Qualität und Geschmack dekonstruieren, Robert Bramkamp und Katrin Schlösser werden davon erzählen, was sie im deutschen Kino vermissen, Lukas Stern wird „Honig im Kopf“ und „Fack ju Göhte“ unter die Lupe nehmen, Rigoletti Glanz & Glamour darstellen, Claudia Lenssen einen Aufstand gegen Qualität in Erinnerung rufen, Jutta Brückner das Filmemachen von Frauen reflektieren, Tatjana Turanskyj von ihrer Arbeit erzählen, Frédéric Jaeger die erfolgreichsten und die wichtigsten Filme sprechen lassen, Katharina Hochfeld das Rechnen, Messen und Bewerten vorstellen, Roland Zag Möglichkeiten der Optimierung einbringen ...
Moderiert wird der Abend von Susanne Utsch.
 
Eine Veranstaltung der Akademie der Künste und des Verbands der deutschen Filmkritik.
 
Eintritt frei
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