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KINO MACHEN ANDERE / ABLAUFPLAN

Erstmals laden der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) und die Heinrich-Böll-Stiftung am Vorabend der Berlinale, dem größten Fest der deutschen Filmbranche, zu einer internationalen Konferenz ein, die sich dem Zustand der deutschen Filmkultur widmet. Unter dem Titel „KINO MACHEN ANDERE – Warum der deutsche Film nur unter sich feiert“ diskutieren internationale Gäste über den anhaltenden Misserfolg der Filme auf internationalen Festivals, der 2015 darin seinen Tiefpunkt fand, dass kein einziger Beitrag aus Deutschland in den Wettbewerben von Cannes, Venedig und Locarno vertreten war.

 
Die Konferenz findet am Mittwochabend, 10. Februar 2016 um 18:30 Uhr im "silent green Kulturquartier" statt. Charles Tesson, Leiter der Semaine de la Critique in Cannes, wird in seiner Keynote die Lage aus der Sicht eines wichtigen Festivalmachers beleuchten. Im Folgenden werden Symptome, Ursachen und Lösungsansätze debattiert, zunächst aus der Distanz und dann ausgehend von den konkreten Förder- und Produktionsbedingungen des aktuellen deutschen Kinos. Zu den weiteren Gästen gehören Richard Brody (The New Yorker), Sergio Fant (Festival del film Locarno), Bettina Reitz (hff München), Katrin Schlösser (ö Filmproduktion), Brigitta Wagner (Autorin Berlin Replayed) und Lars Henrik Gass (Internationale Kurzfilmtage Oberhausen).
 
 
Konferenz:
„KINO MACHEN ANDERE –
Warum der deutsche Film nur unter sich feiert“
 
 
Datum:
Mittwoch, 10. Februar 2016
 
 
Uhrzeit:
18:30 Uhr (Einlass/Registrierung: 17:30 Uhr)
 
 
Ort:
silent  green Kulturquartier (ehem. Krematorium)
Gerichtstr. 35
13347 Berlin- Wedding
 
 
Anfahrt:
S- & U-Bahnhof Wedding (S41 / S42 / U6)
  
Wir bitten um frühzeitiges Erscheinen aller angemeldeten Teilnehmer und die anderen um Geduld.
 
Anmeldung: konferenz@vdfk.de (Freier Eintritt im Rahmen der verfügbaren Plätze)
 
 
Konferenzsprache ist Englisch. Das zweite Panel findet in deutscher Sprache statt und wird ins Englische simultan übersetzt.
 
 

Ablauf:
 
18.30 Uhr
Begrüßung durch die Heinrich Böll Stiftung e.V. und den Verband der deutschen Filmkritik e.V. (VdFk)
 
im Anschluss: 
  Charles Tesson (Keynote)
 
I) Internationale Bühnen und der deutsche Film
 
Gespräch: 
  Richard Brody
  Charles Tesson
  Sergio Fant
 
Moderation: 
  Carmen Gray
 
Pause
ca. 20 min.
 
II) Hindernisse und Strategien
  
Impuls-Vortrag von Brigitta Wagner (Filmhistorikerin, Regisseurin)
 
Impuls-Vortrag von Lars Henrik Gass (Int. Kurzfilmtage Oberhausen)
 
Im Anschluss:
 
Debatte mit dem Publikum und 
  Bettina Reitz
  Katrin Schlösser
  Brigitta Wagner
  Lars Henrik Gass
 
Moderation: 
  Andreas Busche
 
22:30 Uhr
Ende

EHRENPREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK AN JOACHIM VON MENGERSHAUSEN

 

Für seine Verdienste um den deutschen Film wird der frühere Redakteur und Produzent Joachim von Mengershausen 2016 mit dem Ehrenpreis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

Damit würdigt der Verband der deutschen Filmkritik Joachim von Mengershausen für sein Lebenswerk, mit dem er sich in filmhistorisch bedeutsamer Weise dem deutschen Film verpflichtet hat. Mit dieser Auszeichnung wirft der Verband einen Blick zurück auf die filmhistorische Epoche des Neuen Deutschen Films und die großen Erfolge des deutschen Autorenfilms. An diesem herausragenden Kapitel deutscher Filmgeschichte, in dem der deutsche Film weltweite Anerkennung fand, hat Joachim von Mengershausen maßgeblich mitgewirkt.

Mit seiner Arbeit verbunden sind Namen wie Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Edgar Reitz, Peter Lilienthal oder Rosa von Praunheim, deren Filme er als Produzent, Dramaturg oder Redakteur des Westdeutschen Rundfunks umfänglich ermöglicht hat oder deren Anfänge er – im Fall von Rainer Werner Fassbinder – in eigener Regie filmisch dokumentiert hat. Unter dem von ihm verantworteten Filmen finden sich so zeitgeschichtlich herausragende Werke wie Alice in den Städten, Paris Texas und Der Himmel über Berlin von Wim Wenders oder Heimat und Die zweite Heimat von Edgar Reitz.

Mit der Verleihung des Ehrenpreises an Joachim von Mengershausen würdigt der Verband der deutschen Filmkritik eine kreative Leistung filmischer Mitgestaltung, die epochenbildende Bedeutung hatte. Zudem hat Joachim von Mengershausen auch als Filmkritiker gearbeitet, wodurch sich der Verband der deutschen Filmkritik ihm zusätzlich verbunden fühlt.

Der Ehrenpreis wird im Rahmen der Verleihung der Preise der deutschen Filmkritik vergeben, die am Montag, dem 15. Februar 2016 während der Berlinale stattfindet. Die Laudatio hält Wim Wenders.

Veranstaltungsort: Tube Station (Friedrichstr. 180-184, 10117 Berlin; U2 – Stadtmitte)
Einlass: 19 Uhr 30
Beginn der Preisverleihung: 20 Uhr

Zutritt nur auf Einladung.

 

STELLUNGNAHME ZUR NEUBESETZUNG DER FESTIVALLEITUNG MAX OPHüLS PREIS

In einer gestern von der Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz versandten Pressemitteilung zur Zukunft des "Festival Max-Ophüls-Preis" und Neubesetzung der Festivalleitung ohne vorherige Ausschreibung heißt es unter anderem:

"Personalvorschläge kamen auch aus der Filmbranche selbst. Zu den Experten, die uns hier beraten haben, zählten unter anderem ... auch Vertreter aus dem Verband der deutschen Filmkritiker".

Hierzu stellen wir fest: Es hat keinerlei Beratung durch den "Verband der deutschen Filmkritik" (VDFK) stattgefunden, auch hat der VDFK der Stadt Saarbrücken keinerlei Personalvorschläge gemacht; auch einem Expertengremium der Stadt Saarbrücken gehört der VDFK nicht an.

Mit ihren Formulierungen möchte die Oberbürgermeisterin gezielt den Eindruck erwecken, als stünde der Verband der deutschen Filmkritik hinter besagter Mitteilung und hinter dem darin formulierten Versuch den Nachfolger einer verdienten Festivalleiterin ohne seriöse Ausschreibung oder Fachberatung einzusetzen.

Diesen Eindruck weisen wir entschieden zurück!

Im Gegenteil beobachtet der VDFK mit Sorge und Verwunderung, wie ein funktionierendes, über Deutschland hinaus renommiertes Festival durch politische Willkür gefährdet wird. Wir teilen die Sorgen vieler deutschen Filmemacher wie auch vieler Sponsoren um die Zukunft des "Festivals Max Ophüls-Preis".

Der "Verband der deutschen Filmkritik" fordert die Stadt Saarbrücken auf, die organisatorische und ökonomische Unabhängigkeit des "Festival Max-Ophüls-Preis" sicherzustellen, und die Neubesetzung der Festivalleitung in einem transparenten, Kriterien der "corporate governance" verpflichteten, öffentlichen und fachlich kompetenten Verfahren zu gewährleisten.

Mit freundlichem Gruß

Vorstand und Beirat

27.01.2016

PODCAST: ES FUNKTIONIERT! ÜBER QUALITäT IM DEUTSCHEN FILM.

Am Freitag, dem 6.11.2015 fand in der Akademie der Künste in Berlin eine Debatte über Qualität im deutschen Film statt, gemeinsam organisiert vom Verband der deutschen Filmkritik und der AdK.

 

 

 

Direkter Link zur Audio-Aufzeichnung der Debatte (mp3) (aus rechtlichen Gründen sind die Drehbuchlesung von Oskar Roehler und Katja Riemann sowie der Vortrag von Tatjana Turanskyj nicht enthalten).

Eine Zeitübersicht der einzelnen Beiträge gibt es hier:

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NOMINIERUNGEN FüR DEN PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK 2015 STEHEN FEST

Nominierungen für den Preis der deutschen Filmkritik 2015:
Filmkritiker nominieren 32 deutsche Produktionen für Auszeichnungen in 12 Kategorien

Die Jurys des Verbandes der deutschen Filmkritik haben ihre Favoriten für den seit 1956 vergebenen Preis der deutschen Filmkritik bekannt gegeben - insgesamt 32 verschiedene Filme aus dem vergangenen Kinojahr wurden für die 12 Kategorien der renommierten Auszeichnung nominiert: Gleich vier Nominierungen erhalten sowohl Burhan Qurbanis „Wir sind jung. Wir sind stark“ über die ausländerfeindlichen Übergriffe im Rostock der Nachwendezeit als auch Christian Froschs „Von jetzt an kein zurück“ über die Auswirkungen der 1968er-Revolte. Während Qurbanis präzise Chronologie der Ereignisse im Sommer 1992 Nominierungen als bester Spielfilm, für den besten Darsteller (Jonas Nay), die beste Kamera und den besten Schnitt erhält, ist Christian Froschs facettenreiches Porträt der BRD-Ära als bester Spielfilm, für die beste Darstellerin (Victoria Schulz), die beste Musik und den besten Schnitt nominiert. Mit jeweils drei Nominierungen gehen Sebastian Schippers in einer einzigen Einstellung gedrehtes Drama „Victoria“ und Max Linz’ Spielfilmdebüt, die Farce „Ich will mich nicht künstlich aufregen“, in das Rennen um dem Preis der deutschen Filmkritik, der am 15. Februar 2016 vergeben wird. Dabei ist Sebastian Schippers konzentriert fiebrige Schilderung einer Berliner Nacht „Victoria“ nicht nur als bester Spielfilm des Jahres nominiert, sondern auch für die beste Kamera und die beste Musik. Max Linz’ vielschichtiger Blick auf das Verhältnis zwischen Kunst und Politik in „Ich will mich nicht künstlich aufregen“ wurde von den Filmkritikern des Verbandes der deutschen Filmkritik (VdFk) sowohl als bester Spielfilm als auch als bestes Debüt des Jahres nominiert. Außerdem erhält der Film eine Nominierung für die beste Musik. Mit jeweils zwei Nominierungen folgen Lars Kraumes Kammerspiel „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (bester Spielfilm, bester Darsteller) sowie Dietrich Brüggemanns Satire „Heil“ (bestes Drehbuch, bester Schnitt).

Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Erster Preisträger war vor sechzig Jahren Helmut Käutners „Der Hauptmann von Köpenick“, im vergangenen Jahr wurde Johannes Nabers „Zeit der Kannibalen“ als bester Film des Jahres ausgezeichnet. Ermittelt werden die Gewinner über Jurys aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik (VdFk). Die Preisverleihung findet im Rahmen der Berlinale am Montag, den 15. Februar 2016, in Anwesenheit von Nominierten und Preisträgern statt. Der Preis wird in 12 Kategorien an deutsche Filme vergeben, die im vorangehenden Kalenderjahr in den Kinos zu sehen waren.

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KINO MACHEN ANDERE - KONFERENZ UND 2. WOCHE DER KRITIK

2015 wurde in Cannes, Locarno und Venedig ohne deutsche Filme gefeiert – im Vorfeld der zweiten WOCHE DER KRITIK steht deshalb das deutsche Kino im Mittelpunkt einer Debatte, die sich den Ursachen dafür widmet.

 
KINO MACHEN ANDERE – Warum der deutsche Film nur unter sich feiert
 
Nach einem gelungenen Debüt Anfang des Jahres wird auch 2016 parallel zur Berlinale wieder die WOCHE DER KRITIK stattfinden. Zusätzlich laden der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) und die Heinrich-Böll-Stiftung am Vorabend der Berlinale, dem größten Fest der deutschen Filmbranche, zu einer internationalen Konferenz über den Zustand der deutschen Filmkultur ein. Unter dem Titel „KINO MACHEN ANDERE – Warum der deutsche Film nur unter sich feiert“ diskutieren internationale Gäste über den anhaltenden Misserfolg deutscher Filme auf internationalen Festivals, der 2015 darin seinen Tiefpunkt fand, dass kein einziger deutscher Film in den Wettbewerben von Cannes, Venedig und Locarno vertreten war.
Die Konferenz findet am Mittwochabend, 10. Februar 2016 im Kulturquartier Silent Green (ex-Krematorium Wedding, Gerichtstr. 35, 13347 Berlin S+U-Bahn Wedding) statt. Charles Tesson, Leiter der Semaine de la Critique in Cannes, wird in seiner Keynote die Lage aus der Sicht eines wichtigen Festivalmachers beleuchten. Im Folgenden werden Symptome, Ursachen und Lösungsansätze aus internationaler und interdisziplinärer Perspektive debattiert. Zu den weiteren Gästen gehören Richard Brody (Filmredakteur, The New Yorker), Sergio Fant (Auswahlkommission, Festival del film Locarno) und Lars Henrik Gass (Leiter, Kurzfilmtage Oberhausen).
 
 
WOCHE DER KRITIK
 
Vom 11. bis 18. Februar ist dann das Hackesche Höfe Kino in Berlin-Mitte wieder Treffpunkt der zweiten Ausgabe der WOCHE DER KRITIK. Sie bietet parallel zur Berlinale ein konzentriertes Filmprogramm, das an sieben Abenden zur intensiven Auseinandersetzung mit Kino, ästhetischen und erzählerischen Formen und deren politischen Rahmenbedingungen einlädt.
 
Die Kritikerwochen in Cannes, Venedig und Locarno sind schon lange Zeit integraler Bestandteil des jeweiligen Festivalprogramms. Die Verbindung von Filmerlebnis und Reflexion ist Alleinstellungsmerkmal der WOCHE DER KRITIK in Berlin. Gäste aus unterschiedlichen Ländern und verschiedensten Disziplinen bringen ihre Perspektiven dazu ein und machen die Veranstaltung zu einem lebendigen »Think Tank« während der Internationalen Filmfestspiele in der Hauptstadt.
 
Die WOCHE DER KRITIK ist eine Veranstaltung des Verbands der deutschen Filmkritik e.V. in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
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ES FUNKTIONIERT!

Einladung zur Debatte über Qualität im deutschen Film in der Akademie der Künste

Es funktioniert!“
Statements und Gespräche
 
am Freitag, dem 6.11.2015 von 18 bis ca. 22 Uhr
im Plenarsaal der Akademie der Künste am Pariser Platz 4, 10117 Berlin
 
Es funktioniert!“ Ein gebräuchliches Wort, wenn es um die Frage geht, ob ein Film gelungen ist. Doch was sagt das aus über die Qualität eines Films? Die Akademie der Künste und der Verband der deutschen Filmkritik haben vor wenigen Wochen einen Aufruf mit der Frage gestartet, was die Qualität eines Filmes ausmacht. Eine Frage, die sich Institutionen, Filmemachern, Kritikern und dem Publikum immer wieder von neuem stellt. Die Antworten darauf und kontroverse Statements werden im Zentrum des Abends stehen – mit gewagten Überlegungen und satirischen Ausflügen, in einer Abfolge von kurzen Statements und Gesprächen.
 
Oskar Roehler wird mit Katja Riemann aus einem Drehbuch vorlesen, Christoph Hochhäusler über cinephiles Begehren sprechen, Bettina Schoeller-Bouju berichten, wer über die Qualität des deutschen Films in Gremien entscheidet, Wilfried Reichart Ergebnisse einer Umfrage vorstellen, Mirjam Schaub die Begriffe von Qualität und Geschmack dekonstruieren, Robert Bramkamp und Katrin Schlösser werden davon erzählen, was sie im deutschen Kino vermissen, Lukas Stern wird „Honig im Kopf“ und „Fack ju Göhte“ unter die Lupe nehmen, Rigoletti Glanz & Glamour darstellen, Claudia Lenssen einen Aufstand gegen Qualität in Erinnerung rufen, Jutta Brückner das Filmemachen von Frauen reflektieren, Tatjana Turanskyj von ihrer Arbeit erzählen, Frédéric Jaeger die erfolgreichsten und die wichtigsten Filme sprechen lassen, Katharina Hochfeld das Rechnen, Messen und Bewerten vorstellen, Roland Zag Möglichkeiten der Optimierung einbringen ...
Moderiert wird der Abend von Susanne Utsch.
 
Eine Veranstaltung der Akademie der Künste und des Verbands der deutschen Filmkritik.
 
Eintritt frei

PODCAST: WER ENTSCHEIDET üBER DEN DEUTSCHEN FILM?

Beim Filmfest München hat der VDFK eine Diskussion organisiert über die Frage, wie Produktionsbedingungen, Fernsehen und Förderung zum deutschen Kino beitragen und was sich ändern kann, damit es besser wird.

Mit dabei waren:

  • Dr. Cornelia Ackers (Fernsehredakteurin beim Bayerischen Rundfunk)
  • Prof. Carl Bergengruen (MFG Filmförderung Baden-Württemberg)
  • Christoph Gröner (Filmfest München, Leiter der Sektion "Neues Deutsches Kino")
  • Frédéric Jaeger (Kritiker, Verband der deutschen Filmkritik) und
  • Franz Müller (Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, u.a. "Happy Hour" und "Worst Case Scenario").

Moderiert hat das Gespräch Carlos Gerstenhauer (Autor BR Kino Kino).

 

Direkter Link zur Audio-Aufzeichnung des Panels (mp3).

ANDREAS BUSCHE UND TOBY ASHRAF ERHALTEN DEN SIEGFRIED KRACAUER PREIS 2015

MFG Filmförderung zeichnet Andreas Busche und Toby Ashraf für die „Beste Filmkritik“ aus und vergibt ein Stipendium an Sven von Reden

Die Preisträger 2015Erstmalig haben der Verband der deutschen Filmkritik (VdfK) und die MFG Filmförderung Baden-Württemberg ihren Preis für Filmkritik im Rahmen des Filmfests München verliehen. Die nach dem herausragenden Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert.

Am heutigen Abend wurden in der Kategorie „Beste Filmkritik“ ex aequo die Journalisten Andreas Busche und Toby Ashraf ausgezeichnet. Ersterer erhält den Preis für seinen in der Zeitschrift epd Film (Nr. 3.2014) veröffentlichten Essay „Zurück in die Zukunft“. Der Preisträgertext von Toby Ashraf erschien unter dem Titel „Tophilia“ im sissy-Magazin (30.10.2014). Beide Gewinner teilen sich das Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Das Stipendium für das Jahr 2016 erhält der Kritiker Sven von Reden. Die monatlich ausgezahlten 1.000 Euro sind an die Erstellung von 12 Filmkritiken sowie das Erarbeiten von drei kritischen Essays gebunden, die sich mit dem Thema „Zukunft des Kinos“ beschäftigen. Die Preisübergabe fand im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Black Box im Gasteig in München statt.

Mit der Auslobung eines Preises für Filmkritik setzt die MFG Filmförderung ihre Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft fort. „Wir wollen herausragende Filmkritiken fördern, die sich wirklich mit einem Film auseinandersetzen und den Zuschauer dadurch ermuntern, dies auch zu tun“, erklärte MFG-Geschäftsführer Prof. Carl Bergengruen anlässlich der Verleihung.

Die diesjährige Jury bestand aus Cristina Nord, taz-Filmredakteurin und Gewinnerin des Siegfried Kracauer Preises 2013, Bettina Brokemper, Geschäftsführerin der Produktionsgesellschaft Heimatfilm, sowie Ludwig Ammann, Geschäftsführer von Koolfilm-Filmdistribution. Ihre Entscheidung, den Preis an Andreas Busche zu verleihen, begründeten die Juroren damit, der Autor habe ausgiebig recherchiert, er sei ausgezeichnet informiert, und er werfe zugleich einen analytischen Blick auf seinen Gegenstand. Busche sei jemand, „der Fragen stellt, hin- und herwendet, von vielen Seiten beleuchtet und dabei weder zu voreiligen Schlüssen kommt noch blind für die Dramatik der Situation ist“ (Cristina Nord).

In der Lobrede auf den Preisträger Toby Ashraf betonte Bettina Brokemper, es bedürfe „nicht immer der Autorität eines Feuilleton-Stücks, um grundlegende Fragen kultureller oder künstlerischer Zusammenhänge zu erörtern.“ Ashrafs Text, der in Form eines fiktiven Streitgesprächs verfasst ist, sorge für Lesevergnügen, weil „die Positionen nicht mit dem Florett verteidigt werden, sondern mit dem Hackebeil“. Die Auszeichnung verstehen die Juroren als „Plädoyer für die Wahrung von Lesernähe und ‚Bodenhaftung‘“.

Den zukünftigen Stipendiaten Sven von Reden würdigte die Jury als „Bewerber mit umfassendem, über viele Jahre vertieftem Wissen und neiderregender Seherfahrung, dem es um Aufklärung in der Sache geht.“ Laudator Ludwig Ammann hob hervor: „Es ging nicht um Selbstdarstellung, und schon gar nicht um das zugegeben karge Brot der Filmkritik. Hier sind die vorgeschlagenen Zukunfts-Themen in besten Händen!"

Im Anschluss an die Verkündung der Preisträger stellte Moderator Moritz Holfelder (BR) die Zeitschrift FILMDIENST als Medienpartner des Siegfried Kracauer Preises vor. Die Redaktion des Print-Magazins begrüßt ausdrücklich die Initiative der MFG und wird dem Stipendiaten Sven von Reden im Jahresverlauf kontinuierlich Platz für Texte zur Filmkritik und zur Zukunft des Kinos zur Verfügung stellen. „Mehr Aufmerksamkeit für die Situation der Filmkritik ist in unser aller Interesse“, hieß es in einer Grußbotschaft von Chefredakteur Horst Peter Koll. „Zudem ist es aber auch eine große Freude, dem vorzüglichen Stipendiaten eine publizistische Plattform bieten zu dürfen.“ 

 

V.l.n.r.: Sven von Reden, Toby Ashraf, Prof. Carl Bergengruen, Andreas Busche

 
 
 

München, 27.06.2015

FILMFEST-PANEL: WER ENTSCHEIDET üBER DEN DEUTSCHEN FILM?

Vertreter/innen der Filmbranche diskutieren mit Filmkritiker/innen – Eine Veranstaltung des Verbands der deutschen Filmkritik e.V. auf dem Filmfest München, Samstag 27.06., 11 Uhr, Black Box im Gasteig, Rosenheimer Str. 5, 81667 München

Es sind doch die Filmemacher, die die Filme machen! Oder?

Aber viele reden mit, wenn Filme gemacht werden. Welche Einflüsse hat die Förderung, welche Rolle spielen Fernsehsender, wie wichtig sind Publikum und Filmkritik? Im Hinblick auf die anstehende FFG-Novelle wollen wir wissen, welche Rolle Geschmack und Lust spielen, Bildung und Interessen von Förderung, Sendern und Festivals – wer entscheidet, dass es so sein soll, wie es ist? Wir glauben: „Der deutsche Film kann noch viel besser sein.“

Es diskutieren:

Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg
Christoph Gröner, Verantwortlicher Programmierer der Sektion "Neues Deutsches Kino" Filmfest München
Franz Müller, Regisseur
Frédéric Jaeger, Verband der deutschen Filmkritik
Dr. Cornelia Ackers, Leitung Kinderfilm / Einzelprojekte, Bayerischer Rundfunk

Moderation: Carlos Gerstenhauer, Autor BR Kino Kino

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