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ANDREAS BUSCHE UND TOBY ASHRAF ERHALTEN DEN SIEGFRIED KRACAUER PREIS 2015

MFG Filmförderung zeichnet Andreas Busche und Toby Ashraf für die „Beste Filmkritik“ aus und vergibt ein Stipendium an Sven von Reden

Die Preisträger 2015Erstmalig haben der Verband der deutschen Filmkritik (VdfK) und die MFG Filmförderung Baden-Württemberg ihren Preis für Filmkritik im Rahmen des Filmfests München verliehen. Die nach dem herausragenden Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert.

Am heutigen Abend wurden in der Kategorie „Beste Filmkritik“ ex aequo die Journalisten Andreas Busche und Toby Ashraf ausgezeichnet. Ersterer erhält den Preis für seinen in der Zeitschrift epd Film (Nr. 3.2014) veröffentlichten Essay „Zurück in die Zukunft“. Der Preisträgertext von Toby Ashraf erschien unter dem Titel „Tophilia“ im sissy-Magazin (30.10.2014). Beide Gewinner teilen sich das Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Das Stipendium für das Jahr 2016 erhält der Kritiker Sven von Reden. Die monatlich ausgezahlten 1.000 Euro sind an die Erstellung von 12 Filmkritiken sowie das Erarbeiten von drei kritischen Essays gebunden, die sich mit dem Thema „Zukunft des Kinos“ beschäftigen. Die Preisübergabe fand im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Black Box im Gasteig in München statt.

Mit der Auslobung eines Preises für Filmkritik setzt die MFG Filmförderung ihre Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft fort. „Wir wollen herausragende Filmkritiken fördern, die sich wirklich mit einem Film auseinandersetzen und den Zuschauer dadurch ermuntern, dies auch zu tun“, erklärte MFG-Geschäftsführer Prof. Carl Bergengruen anlässlich der Verleihung.

Die diesjährige Jury bestand aus Cristina Nord, taz-Filmredakteurin und Gewinnerin des Siegfried Kracauer Preises 2013, Bettina Brokemper, Geschäftsführerin der Produktionsgesellschaft Heimatfilm, sowie Ludwig Ammann, Geschäftsführer von Koolfilm-Filmdistribution. Ihre Entscheidung, den Preis an Andreas Busche zu verleihen, begründeten die Juroren damit, der Autor habe ausgiebig recherchiert, er sei ausgezeichnet informiert, und er werfe zugleich einen analytischen Blick auf seinen Gegenstand. Busche sei jemand, „der Fragen stellt, hin- und herwendet, von vielen Seiten beleuchtet und dabei weder zu voreiligen Schlüssen kommt noch blind für die Dramatik der Situation ist“ (Cristina Nord).

In der Lobrede auf den Preisträger Toby Ashraf betonte Bettina Brokemper, es bedürfe „nicht immer der Autorität eines Feuilleton-Stücks, um grundlegende Fragen kultureller oder künstlerischer Zusammenhänge zu erörtern.“ Ashrafs Text, der in Form eines fiktiven Streitgesprächs verfasst ist, sorge für Lesevergnügen, weil „die Positionen nicht mit dem Florett verteidigt werden, sondern mit dem Hackebeil“. Die Auszeichnung verstehen die Juroren als „Plädoyer für die Wahrung von Lesernähe und ‚Bodenhaftung‘“.

Den zukünftigen Stipendiaten Sven von Reden würdigte die Jury als „Bewerber mit umfassendem, über viele Jahre vertieftem Wissen und neiderregender Seherfahrung, dem es um Aufklärung in der Sache geht.“ Laudator Ludwig Ammann hob hervor: „Es ging nicht um Selbstdarstellung, und schon gar nicht um das zugegeben karge Brot der Filmkritik. Hier sind die vorgeschlagenen Zukunfts-Themen in besten Händen!"

Im Anschluss an die Verkündung der Preisträger stellte Moderator Moritz Holfelder (BR) die Zeitschrift FILMDIENST als Medienpartner des Siegfried Kracauer Preises vor. Die Redaktion des Print-Magazins begrüßt ausdrücklich die Initiative der MFG und wird dem Stipendiaten Sven von Reden im Jahresverlauf kontinuierlich Platz für Texte zur Filmkritik und zur Zukunft des Kinos zur Verfügung stellen. „Mehr Aufmerksamkeit für die Situation der Filmkritik ist in unser aller Interesse“, hieß es in einer Grußbotschaft von Chefredakteur Horst Peter Koll. „Zudem ist es aber auch eine große Freude, dem vorzüglichen Stipendiaten eine publizistische Plattform bieten zu dürfen.“ 

 

V.l.n.r.: Sven von Reden, Toby Ashraf, Prof. Carl Bergengruen, Andreas Busche

 
 
 

München, 27.06.2015

FILMFEST-PANEL: WER ENTSCHEIDET üBER DEN DEUTSCHEN FILM?

Vertreter/innen der Filmbranche diskutieren mit Filmkritiker/innen – Eine Veranstaltung des Verbands der deutschen Filmkritik e.V. auf dem Filmfest München, Samstag 27.06., 11 Uhr, Black Box im Gasteig, Rosenheimer Str. 5, 81667 München

Es sind doch die Filmemacher, die die Filme machen! Oder?

Aber viele reden mit, wenn Filme gemacht werden. Welche Einflüsse hat die Förderung, welche Rolle spielen Fernsehsender, wie wichtig sind Publikum und Filmkritik? Im Hinblick auf die anstehende FFG-Novelle wollen wir wissen, welche Rolle Geschmack und Lust spielen, Bildung und Interessen von Förderung, Sendern und Festivals – wer entscheidet, dass es so sein soll, wie es ist? Wir glauben: „Der deutsche Film kann noch viel besser sein.“

Es diskutieren:

Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg
Christoph Gröner, Verantwortlicher Programmierer der Sektion "Neues Deutsches Kino" Filmfest München
Franz Müller, Regisseur
Frédéric Jaeger, Verband der deutschen Filmkritik
Dr. Cornelia Ackers, Leitung Kinderfilm / Einzelprojekte, Bayerischer Rundfunk

Moderation: Carlos Gerstenhauer, Autor BR Kino Kino

SIEGFRIED KRACAUER-PREIS FüR FILMKRITIK 2015

Die fünf Nominierten stehen fest. MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen überreicht den Preis am 27. Juni 2015 auf dem 33. Internationalen Filmfest München.

Zum zweiten Mal vergibt die MFG Filmförderung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Siegfried Kracauer Preis. MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen wird den Preisträgern die Auszeichnungen am 27. Juni 2015 überreichen. Die festliche Verleihung findet in München in der Black Box des Gasteigs statt.

Die diesjährige Jury besteht aus Cristina Nord, taz-Filmredakteurin und Gewinnerin des Siegfried Kracauer Preises 2013, Bettina Brokemper, Geschäftsführerin der Produktionsgesellschaft Heimatfilm, sowie Ludwig Ammann, Geschäftsführer von Koolfilm-Filmdistribution. Die Juroren küren die Preisträger in den beiden Kategorien „Beste Filmkritik“ und „Stipendium“.

Aus über 100 Einreichungen wählte die Jury nach einer anonymen Auswertung fünf Nominierte für die beste Filmkritik aus. Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert. Um das Stipendium bewarben sich 23 Filmkritiker/innen. Es umfasst einen Zeitraum von zwölf Monaten und ist mit 12.000 Euro dotiert. Das Stipendium ist an das Erstellen filmkritischer Veröffentlichungen während des Stipendienjahrs gebunden.

Die fünf Nominierten für die „Beste Filmkritik 2015“ sind:

  • Toby Ashraf mit dem Text „Tophilia”, erschienen im Sissy Magazin, Oktober 2014
  • Andreas Busche mit dem Text „Zurück in die Zukunft”, erschienen in epd Film 3.2014
  • Stephan Karkowsky mit dem Hörfunkbeitrag zu „Everything will be fine“, gesendet am 11. Februar 2015 auf RBB Radioeins
  • Verena Lueken mit dem Text „Wem der große Wurf gelungen”, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 30. Juli 2014
  • Daniel Nehm mit dem Text „Tanz mir den Rubens”, erschienen in DIE ZEIT 1.2015

Die Preisträger werden bei der Preisverleihung bekannt gegeben.

Die Auslobung des Siegfried Kracauer Preises ist eine Initiative der MFG Filmförderung Baden-Württemberg, um die deutsche Kinolandschaft zu stärken. Die MFG sieht in der Filmkritik einen wichtigen Faktor für den langfristigen Bestand und die Weiterentwicklung einer vielfältigen Kinokultur. Insbesondere die mediale Rezeption und journalistische Rezension von Filmen erzeugt und bereichert jene Öffentlichkeit und Diskurse, die Filmtheater als Orte der Filmkultur bewahren.

Auf der Internetseite www.siegfried-kracauer-preis.de stehen weitere Informationen bereit.

 

EMAF-MEDIENKUNSTPREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK VERGEBEN

Im Rahmen des EMAF – European Media Art Festival 2015 erhielt "sry bsy" von Verena Westphal am 26. April 2015 den EMAF-Medienkunstpreis der deutschen Filmkritik

 

Vom 22. bis 26. April 2015 fand in Osnabrück das EMAF - European Media Art Festival 2015 statt. Im Rahmen der Preisverleihung am 26. April wurde neben weiteren Preisen wie dem „EMAF-Award", „arte creative Newcomer Award" und dem „Dialogpreis" des Auswärtigen Amtes, der „EMAF-Medienkunst-Preis" der deutschen Filmkritik vergeben.

 

Die Jury des Verbandes der deutschen Filmkritik e.V. bestand in diesem Jahr aus Dr. Günther Agde, Ruth Schneeberger und Carolin Weidner. Sie kürten Verena Westphals „sry bsy" mit dem Filmkritiker-Preis und begründeten ihre Entscheidung folgendermaßen:

 

„Ein Menschlein sitzt an seinem übervollen Schreibtisch und haut tüchtig in die Tasten, doch die Akten und Papierberge wollen einfach nicht weichen. Der Zeichentrickfilm "sry bsy" von Verena Westphal zeigt den modernen arbeitenden Menschen als irren Sisyphos, der seine Grundbedürfnisse nur noch nebenbei erledigen kann. Nahrungsaufnahme und -abgabe werden dem Arbeitsprozess untergeordnet und so effizient wie möglich intravenös erledigt, das Essen wird mitsamt Messer gleich in den Magen gestopft. Nicht mal für die vollständige Mitteilung "Sorry, I'm busy" reicht die Zeit - ein Zustand, unter dem auch dieser Film offenbar entstanden ist. Der so witzige wie provokante Film über ein zeitgenössisches Phänomen ragt aus dem Wettbewerb durch seine punktgenaue Umsetzung, die zeichnerische Unmittelbarkeit und die prägnante Botschaft heraus. Humor und Schärfe sind seine Waffen."

 

Herzlichen Glückwunsch!

 

 EMAF 2015

© Kerstin Hehmann

 

EMAF 2015

 © Angela von Brill

EMAF 2015

 © Angela von Brill

 EMAF 2015

  © Angela von Brill

 

 

LIMBO ERHäLT VDFK-PREIS BEI ACHTUNG BERLIN

Beim 11. Achtung Berlin Filmfestival hat die Regisseurin für ihren Film Limbo den Preis des Verbands der deutschen Filmkritik erhalten.

VDFK-Jury 2015 mit Anna Sofie Hartmann

Begründung:

"Limbo hat alles, was ein richtig guter Film braucht: Er ist dramaturgisch überraschend, formal irritierend, er lässt Lücken für die Fantasie. Anna Sofie Hartmann erzählt in einem sozial präzis situierten, faszinierenden Setting mit scheinbar minimalistischen Mitteln eine große, tragische Liebesgeschichte. Nichts wird auserklärt, und trotzdem – oder deshalb – ist alles kristallklar. Sogar eine Art Happyend gibt es, und es tut richtig gut weh."

Die dreiköpfige Jury bestand 2015 aus Jürgen Kiontke (l.), Claudia Lenssen (2.v.r.) und Jan Schulz-Ojala (r.). Auf dem Foto ist die Jury mit der Preisträgerin zu sehen.

Weitere Informationen über den Film finden sich bei Achtung Berlin und auf der Facebook-Seite des Films.

Foto: © new berlin film award / Christine Kisorsy

DFFB: OFFENER BRIEF DES VDFK AN DEN REGIERENDEN BüRGERMEISTER VON BERLIN

Stellungnahme des VdFk zu den aktuellen Entwicklungen an der dffb

Berlin, 9. März 1015 

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,
 
mit Erstaunen und zunehmender Sorge beobachtet der Verband der Deutschen Filmkritik die neuesten Entwicklungen an der "Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin GmbH" (DFFB).
 
Im Zusammenhang mit der anstehenden Berufung eines neuen DFFB-Direktors soll jetzt ein externer Kandidat an den vorhandenen Bewerbern und dem offiziellen Bewerbungsverfahren vorbei von oben herab, ohne Konzeption und ohne Beteiligung der im Verfahren vorgesehenen Findungskommission installiert werden.
 
Dies ist ein mehr als ungewöhnlicher Schritt, der mit dem Gebot einer demokratischen Institution zu Verfahrensgerechtigkeit so wenig vereinbar ist, wie mit dem legitimen Anspruch aller Beteiligten auf ein ihnen gegenüber faires Verfahren und mit dem Anspruch der Öffentlichkeit auf Transparenz.
 
Die Gründe für diesen Schritt sind bisher nicht bekannt gegeben worden.
 
Bereits Mitte Dezember traten zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Film und anderen kulturellen Bereichen - darunter Erika und Ulrich Gregor, Hans Helmut Prinzler, Jutta Brückner, Christian Petzold und Rosa von Praunheim, um hier stellvertretend nur einige wenige besonders bekannte Namen zu nennen - in einer Ihnen gewiss bekannten gemeinsamen Erklärung für eine Konsenslösung bei der anstehenden Besetzung des Direktorenpostens ein, und dafür, diese Besetzung nicht gegen die Dozenten und Studierenden an der DFFB oder an ihnen vorbei vorzunehmen.
Genau dies geschieht leider gerade durch den Vorsitzenden des DFFB-Kuratoriums und Chef der Senatskanzlei, Herrn Björn Böhning.
 
Wir stellen hiermit fest, dass, wie auch Presseberichte der letzten Wochen bestätigen, bei vielen kundigen Beobachtern der Eindruck entsteht, dass Teile des Kuratoriums weder an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind, noch daran, auch nur die Kriterien des selbstgewählten Verfahrens einzuhalten.
Stattdessen scheint es, als solle die DFFB mit Gewalt einseitig in eine industriefreundliche Film-Kaderschmiede verwandelt werden.
Wir stellen ferner fest, dass dieser Eindruck offenbar auch bei Teilen des Kuratoriums herrscht: In der eigenen Pressemitteilung des Senats, die - auch dies ein aus unserer Sicht ungewöhnlicher Vorgang - ohne Absender durch eine im Auftrag des Senats tätige Presseagentur vertrieben wurde, das Kuratorium selbst Erklärungsbedarf für das Verfahren sieht, und Herrn Böhning um Erläuterung bittet.
 
Wir, die Vertretung der Filmkritiker Deutschlands, stellen fest: Der Chef der Senatskanzlei betreibt Schindluder mit dem historischen Erbe der DFFB, und gefährdet mutwillig die Existenz dieser so renommierten wie einmaligen Institution der deutschen Filmkultur.
Der VDFK protestiert gegen die offene Ignoranz gegenüber demokratischen Grundwerten.
 
Wir fordern Sie, sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister, freundlich auf, ein Berufungsverfahren zu garantieren, das von Transparenz, Fairness und Gleichbehandlung aller Bewerber geprägt ist, und das den Charakter, das Selbstverständnis und das historische Erbe der DFFB nicht gefährdet.
 
Der im Augenblick entstehende Eindruck, dass von Seiten des Berliner Senats in laufende Verfahren eingegriffen wird und willkürlich die Bewerbungsmodalitäten geändert werden, beschädigt nicht nur die DFFB und den möglichen zukünftigen Direktor, es würde auch die Berliner Film- und Kulturpolitik als Ganzes nachhaltig Schaden zufügen.
 
Kein Beteiligter, auch nicht der Vorsitzende des Kuratoriums und erst recht kein möglicher Direktor kann ein Interesse daran haben, dass das Vertrauen in die gemeinsame Zusammenarbeit bereits von Beginn an ohne Not derart empfindlich gestört würde.
 
Völlig inakzeptabel wäre es auch, wenn ein inkorrekt durchgeführtes Verfahren mögliche juristische Auseinandersetzungen nach sich ziehen würde.
 
Da die DFFB Eigentum des Landes Berlin ist, tragen Sie, Herr Regierender Bürgermeister, eine besondere Verantwortung für die Zukunft der DFFB wie für die Bewahrung dieser einzigartigen Institution der deutschen Filmlandschaft.
 
Wir fordern Sie dringend auf, dieser Verantwortung gerecht zu werden.
 
Mit freundlichem Gruß
 
Vorstand und Beirat des Verbands der Deutschen Filmkritik (VdFk e.V.)
 
Dunja Bialas
Jennifer Borrmann
Frédéric Jaeger
Peter Kremski
Claus Löser
Jan Schulz-Ojala
Rüdiger Suchsland
Wilfried Reichart
Rudolf Worschech
Dennis Vetter
Florian Vollmers

STELLUNGNAHME ZUR NOVELLIERUNG DES FILMFöRDERUNGSGESETZES 2017

Der Verband der deutschen Filmkritik macht eine Bestandsaufnahme und beschreibt Änderungsbedarf an der Filmförderung.

SIEGFRIED-KRACAUER-PREIS 2015 AUSGESCHRIEBEN

Der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) und die MFG Filmförderung Baden-Württemberg schreiben ihren Preis für Filmkritik erneut aus. Die nach dem herausragenden Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung wird während des Filmfests in München verliehen.
Ab sofort können sich Autoren um zwei Auszeichnungen bewerben: den mit € 3.000 dotierten Preis für die Beste Filmkritik und/oder um ein einjähriges Stipendium. Dieses ist mit € 12.000 dotiert und eröffnet dem Preisträger die Möglichkeit, sich in dieser Zeit intensiver Kritikerarbeit und umfassenden Recherchen zu widmen. Das Stipendium knüpft sich an das Verfassen von zwölf ausführlichen Filmkritiken sowie von mindestens drei umfangreichen Essays.

Bewerbungsschluss ist der 15. April 2015 (Eingang beim VdFk). Eine unabhängige Jury, die von der MFG Baden-Württemberg und dem VdFk berufen wird, liest die eingereichten Bewerbungen für die Kategorie Beste Filmkritik des Jahres 2015 in anonymisierter Form.

Hier finden Sie die Einreichungsmodalitäten.

Ansprechpartner:

VdfK e.V.
Dunja Bialas
0179 28 40 279
kracauer@vdfk.de

NEUER VORSTAND UND BEIRAT GEWäHLT

Am Mittwoch, 11.02.2015 hat die Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand und Beirat für den Verband der deutschen Filmkritik gewählt.

Neu in den Vorstand gewählt wurden Jan Schulz-Ojala und Florian Vollmers. Wiedergewählt wurden Dunja Bialas, Frédéric Jaeger und Dennis Vetter.

[UPDATE] Zum 20.03.2015 ist Jan Schulz-Ojala von seiner Vorstandsfunktion aus beruflichen Gründen zurückgetreten.

Die beiden bisherigen Vorstandsmitglieder Jennifer Borrmann und Claus Loeser hatten nicht erneut für den Vorstand kandidiert. Beide bleiben dem Verband als Beiratsmitglieder erhalten.

Wieder in den Beirat gewählt wurden Peter Kremski, Wilfried Reichart, Rüdiger Suchsland und Rudolf Worschech.

PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK 2014 VERGEBEN

Berlin, 09.02.2015 – Zeit der Kannibalen wird von Filmkritikern als bester Film 2014 ausgezeichnet. Der Verband der deutschen Filmkritik hat am Montag, 09. Februar 2015, den Preis der deutschen Filmkritik 2014 im Rahmen der Berlinale in 12 Kategorien vergeben. Mit dem Ehrenpreis wurden die Gründer des ehemals unabhängigen Forums, Erika und Ulrich Gregor, ausgezeichnet. Einen Sonderpreis erhielt Heinz Emigholz für den 2014 abgeschlossenen Werkzyklus „Photographie und jenseits“.

Mit fünf Nominierungen galt die filmische Kapitalismuskritik Zeit der Kannibalen von Johannes Naber bereits vorab als Favorit auf den renommierten Kritiker-Filmpreis. Drei Preise durfte das Team mit nach Hause nehmen: Stefan Weigl konnte sich über den Preis der deutschen Filmkritik 2014 in der Kategorie Drehbuch freuen, Sebastian Blomberg nahm den Darstellerpreis für seine Hauptrolle entgegen und Regisseur Johannes Naber erhielt für Zeit der Kannibalen den Preis für den Besten Spielfilm 2014.
 
Dominik Grafs Die geliebten Schwestern wurde mit zwei Preisen geehrt: Editorin Claudia Wolscht erhielt den Preis für den Besten Schnitt und ihre Kollegen Sven Rossenbach und Florian van Volxem nahmen den Preis für die Beste Musik im Spielfilm entgegen.
Über den Preis der deutschen Filmkritik 2014 in der Kategorie Beste Kamera durfte sich Philip Gröning für die Bildgestaltung seines Films Die Frau des Polizisten freuen.
 
Nino Pezzella gewann mit seinem Femminielli, der bereits den Hessischen Filmpreis 2014 holte, den Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie Experimentalfilm. Hans-Dieter Grabes Raimund – Ein Jahr davor zeigte, dass ein Kurzfilm nicht ausschließlich eine Form für Filmanfänger sein muss und durfte sich über den Preis für den Besten Kurzfilm freuen.
 
Im ersten Jahr der Woche der Kritik wurden die Begründer des Internationalen Forums des Jungen Films und des Arsenals für ihre langjährige filmkritische und -historische Arbeit mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. 1964 hatten die beiden in Berlin einmalig parallel zur Berlinale eine Woche der Kritik abgehalten.

Für das beste Spielfilmdebüt wurde Anna Martinetz (Fräulein Else) geehrt. Der Preis für den besten Kinderfilm ging an Neele Leana Vollmar (Rico, Oskar und die Tieferschatten). Als beste Darstellerin wurde Liv Lisa Fries für ihre beiden Rollen in Und morgen Mittag bin ich tot und Staudamm ausgezeichnet. Der Preis für den besten Dokumentarfilm ging an André Schäfer für Deutschboden. Den Sonderpreis der Dokumentarfilmjury erhielt Heinz Emigholz für seinen Werkzyklus „Photographie und jenseits“.
 
Die Preisübergaben fanden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Tube Station in Berlin statt. Wie im vergangenen Jahr führte erneut der renommierte Schauspieler Burghart Klaußner durch die Veranstaltung, zu der mehr als 500 geladene Gäste kamen.
 
Der Preis der deutschen Filmkritik wird jährlich seit mehr als 40 Jahren verliehen und ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Filmkritikern vergeben wird. Er richtet sich nach unabhängigen künstlerischen Kriterien. Die diesjährigen Jurys bestanden aus Jennifer Borrmann, Silvia Hallensleben und Claus Löser für den Kurzfilm; Karola Gramann, und Frédéric Jaeger für den Experimentalfilm; Dunja Bialas, José Garcia, Barbara Lorey de Lacharriere, Josef Lederle und Thomas Rothschild für den Dokumentarfilm; Gabriele Grunwald, Rolf-Rüdiger Hamacher, Katrin Hoffmann, Heidi Strobel und Rochus Wolff für den Kinderfilm und Günter Agde, Bettina Hirsch, Cosima Lutz, Michael Meyns, Ralf Schenk, Rüdiger Suchsland und Holger Twele für die Spielfilmpreise sowie die Einzelleistungen.

Das PRESSEDOSSIER mit den einzelnen Nominierungen, PreisträgerInnen und Begründungen finden Sie hier zum Download.

Bei Interesse an Photos wenden Sie sich bitte an filmpreis (at) vdfk.de

 

 
Die Preise in der Übersicht:

EHRENPREIS – Erika und Ulrich Gregor
Wir würdigen mit unserem Ehrenpreis zwei Persönlichkeiten, bei denen Film und Leben eine seltene Symbiose eingegangen sind. Sehr viele verschiedene Filme in kurzer Zeit zu sehen, sie einzuordnen, sich zu ihnen öffentlich zu positionieren, sie zu fördern, ins Gespräch zu bringen, zu sammeln oder zu zeigen, kann eine ganzheitliche Aufgabe sein. Sie muss es sein, wenn man all dies gleichzeitig tut. Wenn man die Filme und ihre Urheber liebt und sie ernst nimmt. Ein solches filmisch-ganzheitliches Leben führen uns Erika und Ulrich Gregor vor, und das seit 60 Jahren. Ihre Doppelbiografie zeigt uns, was es heißt, sich nicht mit, sondern in der Idee des Kinos zu bewegen. Die Filmemacher nicht als Lieferanten von intellektueller Verschiebemasse wahrzunehmen, sondern als Partner im Geiste. Wir sprechen hier natürlich über die innovativen, mutigen, randständigen, verrückten Filmemacher, über Tarkowski, Jarman, Greenaway, Iosseliani, Tarr und viele andere mehr, die mit Hilfe der Gregors auf ihre Wege gebracht wurden. Wir reden nicht über die Dienstleister des Unterhaltungskinos. Jean-Luc Godard meinte einst, dass man Filme mit einer Ernsthaftigkeit kritisieren muss, als ob man selbst Filme machen würde. Die Gregors haben uns gezeigt, dass man auch Filme zeigen kann, wie man Filme macht. Für diese Vorbildfunktion danken wir und verleihen den Ehrenpreis der deutschen Filmkritik 2014 an Erika und Ulrich Gregor.
 
SONDERPREIS DER DOKUMENTARFILMJURY – Heinz Emigholz für den Werkzyklus „Photographie und jenseits“
Seine Stars sind Häuser, Brücken, Bauwerke; Architektur spielt in fast allen seinen Werken eine Rolle. In immer neuen Anläufen und labyrinthisch verzweigten Serien schichtet er einen Film auf den anderen, ohne sich je Sorgen um die Statik dieses Gesamtkunstwerkes machen zu müssen, da Text, Bild, Film und Reflexion bei ihm unaufhörlich ineinander übergehen.
Schon seine Kurzfilme waren interdisziplinäre Kompositionen, bis ins Detail durchgearbeitete Partituren. Ab Mitte der 1970er-Jahre formen sich dann drei umfangreiche, untereinander dicht verzahnte Werkgruppen aus, die allein in quantitativer Hinsicht immens sind – ihre inhaltliche oder ästhetische Substanz lässt sich erst gar nicht beziffern.
Die Rede ist von Heinz Emigholz, der als Autor, Bildender Künstler, Kameramann, Schauspieler, Hochschullehrer und natürlich als Filmemacher seit mehr als vier Jahrzehnten ein einzigartiges Werk geschaffen hat.
Die Dokumentarfilm-Jury verleiht ihm anlässlich seines Films THE AIRSTRIP just in dem Moment einen Sonderpreis, in dem er zu neuen Ufern aufbricht.
THE AIRSTRIP, der 21. Teil seines „Photografie und jenseits“-Zyklus, wird zum globalen Road Movie, die vormalige Strenge weicht einer fast selbstparodistischen Betrachtung. Mitten im Film setzt überdies ein Videoclip der Band „Kreidler“ ein, bei dem animierte Schnitzel durch eine Flughafen-Wartehalle schweben. Wir reiben uns die Augen ob dieses fast heiteren Hinübergleitens ins digitale Zeitalter.
Bevor wir uns demnächst mit einem neuen „Emigholz“ nach Stoffen von Edgar Allan Poe und Hans Henry Jahnn auseinandersetzen dürfen, ehren wird den „Dokumentaristen“ für sein großartiges Werk. Herzlichen Glückwunsch, lieber Heinz Emigholz, und toi toi toi beim Aufbruch in neue Gefilde. Der Sonderpreis der deutschen Filmkritik 2014 geht an Heinz Emigholz für seinen Werkzyklus „Photographie und jenseits“.
 
EXPERIMENTALFILM – „Femminielli“ von Nino Pezzella
Nominierungen:
EZB 2011-2012 (Sabine Schöbel)
Femminielli (Nino Pezzella)
Semra Ertan (Cana Bilir-Meier)
 
KURZFILM - „Raimund – Ein Jahr davor“ von Hans-Dieter Grabe
Nominierungen:
Raimund – ein Jahr davor (Hans-Dieter Grabe)
Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen (Susann Maria Hempel)
Three Stones for Jean Genet (Frieder Schlaich)
 
KINDERFILM - „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Neele Leana Vollmar
Nominierungen:
Lola auf der Erbse (Thomas Heinemann)
Quatsch und die Nasenbärbande von (Veit Helmer)
Rico, Oskar und die Tieferschatten (Neele Leana Vollmar)
 
DOKUMENTARFILM – „Deutschboden“ von André Schäfer
Nominierungen:
The Airstrip – Aufbruch der Moderne, Teil III (Heinz Emigholz)
Beltracchi – Die Kunst der Fälschung (Arne Birkenstock)
Deutschboden (André Schäfer)
In Sarmatien (Volker Koepp)
Pfarrer (Stefan Kolbe und Chris Wright)
 
SPIELFILM: Spielfilm – „Zeit der Kannibalen“ von Johannes Naber
Nominierungen:
Die Frau des Polizisten (Philip Gröning)
Die geliebten Schwestern (Dominik Graf)
Fräulein Else (Anna Martinetz)
Phoenix (Christian Petzold)
Zeit der Kannibalen (Johannes Naber)
 
SPIELFILM: Spielfilmdebüt – „Fräulein Else“ von Anna Martinetz
Nominierungen:
Das merkwürdige Kätzchen (Ramon Zürcher)
Der Samurai (Till Kleinert)
Fräulein Else (Anna Martinetz)
Love Steaks (Jakob Lass)
Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste (Isabel Šuba)
 
SPIELFILM: Drehbuch – Stefan Weigl („Zeit der Kannibalen“)
Nominierungen:
Anna & Dietrich Brüggemann (Kreuzweg)
Philip Gröning (Die Frau des Polizisten)
Stefan Weigl (Zeit der Kannibalen)
 
SPIELFILM: Schnitt – Claudia Wolscht (für „Die geliebten Schwestern“)
Nominierungen:
Anna Martinetz, Heike Parplies (Fräulein Else)
Claudia Wolscht (Die geliebten Schwestern)
Ramon Zürcher (Das merkwürdige Kätzchen)
 
SPIELFILM: Kamera – Philip Gröning („Die Frau des Polizisten“)
Nominierungen:
Philip Gröning (Die Frau des Polizisten)
Alexander Haßkerl (Das merkwürdige Kätzchen)
Pascal Schmit (Zeit der Kannibalen)
 
SPIELFILM: Musik – Sven Rossenbach und Florian van Volxem („Die geliebten Schwestern“)
Nominierungen:
Sven Rossenbach, Florian van Volxem (Die geliebten Schwestern)
Golo Schultz (Love Steaks)
Stefan Will (Phoenix)
 
SPIELFILM: Darstellerin – Liv Lisa Fries (für Lea in „Und morgen Mittag bin ich tot und Laura in „Staudamm“)
Nominierungen:
Alexandra Finder (Die Frau des Polizisten)
Liv Lisa Fries (Und morgen Mittag bin ich tot; Staudamm)
Julia Koschitz (Hin und weg; Bocksprünge; Wir sind die Neuen)
Dagmar Manzel (Stiller Sommer)
Jördis Triebel (Westen)
 
SPIELFILM: Darsteller – Sebastian Blomberg (für Kai Niederländer in „Zeit der Kannibalen“
Nominierungen:
Sebastian Blomberg (Zeit der Kannibalen)
Georg Friedrich (Über-Ich und Du)
Ivo Pietzcker (Jack)
Devid Striesow (Zeit der Kannibalen)
Gert Voss (posthum: Im Labyrinth des Schweigens)

 

 

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