verband der deutschen filmkritik e.V.
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SOLIDARITäT MIT JAFAR PANAHI

Berlin, den 26. Dezember 2010
Der Verband der deutschen Filmkritik solidarisiert sich mit Jafar Panahi

Mit großer Sorge und Wut haben wir von der Verurteilung des iranischen Filmregisseurs Jafar Panahi erfahren. Der Verband der deutschen Filmkritik (VDFK) sieht darin ein schweres Verbrechen gegen die Freiheitsrecht aller Kulturschaffenden.

Die Schärfe des Urteils und das Arbeitsverbot unterstreichen zugleich den Rang des Künstlers Jafar Panahi und die Macht seiner Kunst, ja der Filmkunst überhaupt.

Wir sind überzeugt, dass auch im Iran die Werte der Freiheit der Menschen und der Künster nach wie vor von der großen Mehrheit der Menschen hochgeschätzt werden. Daher solidarisieren wir uns mit allen gesellschaftlichen Kräften im Iran, die für die Freiheit des Menschen und der Künste eintreten.

Der VDFK fordert seine Mitglieder auf, sich mit ihren Mitteln, mit der öffentlichen Stimme kritischer Journalisten und Autoren, für Panahi und sein Werk, für die Freiheit der Kunst und gegen jede Form ihrer Unterdrückung einzusetzen und die demokratische Opposition zu unterstützen.

Der VDFK hat die nachfolgende Petition im Namen seiner Mitglieder unterzeichnet. Wir fordern hiermit dazu auf, sie weiter zu verbreiten.

Der VDFK ist zuversichtlich, dass der vereinte Protest der Kulturschaffenden der Welt dazu beitragen kann, dass das Urteil gegen Jafar Panahi revidiert werden wird.

Sign the on-line petition in support of Jafar Panahi: http://www.ipetitions.com/petition/solidarite-jafar-panahi/

Filmmaker Jafar Panahi must not go to prison!

Join the call alongside of
Le Festival de Cannes, la SACD, la Cinémathèque Francaise, l'ARP, La Cinémathèque Suisse, Le Festival International du Film de Locarno, Le Forum des Images, Positif, Les Cahiers du Cinéma, Citéphilo ...

We just leant, with great anger and concern, about the judgement of the Court of the Islamic Republic in Teheran, heavily condemning Iranien filmmaker Jafar Panahi.

The sentence: six years of imprisonment without remission, accompanied by a ban of 20 years in writing and making films, giving interviews to the press, leaving the territory, or communicating with foreign cultural organisations.

Another filmmaker, Mohammed Rassoulov, has been likewise sentenced to six years in prison. Jafar Panahi and Mohammed Rassoulov arre going to join the many prisoners now rotting in jail in a state of total distress. Some are on hunger strikes, while others are gravely ill.

What does the Iranian government reproach Jafar Panahi with? Having conspired against his country and carried out a campaign hostile to the Iranien regime.

The truth is that Jafar Panahi is innocent and his only crime is wishing to continue to freely exercise his profession as a filmmaker in Iran. Over the last few month the Iranien government has put into place against him nothing short of a machine of war in order to destroy him, while locking him up to silence him.

Jafar Panahi is a renowned filmmaker and his films have been shown all over the world. Invited by the greatest film festivals in the world (Cannes, Venice, Berlin), he is today prevented from pursuing his work as a filmmaker. The heavy sentence inflicted upon Jafar Panahi deprives him of his freedom, while preventing him both physically and morally from carrying out his work as a filmmaker. Henceforth, he must remain silent, refrain from any and all contact with his fellow filmmakers both in Iran and anywhere else in the world.

Through this sentence inflicted upon Jafar Panahi, it is manifestly all of Iranian cinema which is targeted.

This sentence both revolts and scandalises us. So, let us call upon all filmmakers, actors and actresses, screenwriters and producers, all motion picture professionals as well as every man and woman who loves freedom and for whom human rights are fundamental, to join us in demanding the lifting of this sentence.

KEINE PRESSEVORFÜHRUNG ZU ZWEIOHRKÜKEN

Berlin, den 1. Dezember 2009 Protestschreiben

Der VDFK kritisiert die Entscheidung von Barefoot Films und Warner Bros., für den neuen Til Schweiger-Film "Zweiohrküken" keine Pressevorführungen anzusetzen. Pressevorführungen sind die unabdingbare Voraussetzung für eine öffentliche Auseinandersetzung über Film; wer seinen Film vorher nicht zeigt, entzieht sich dieser Diskussion.

Im Fall "Zweiohrküken" kommen zwei weitere bedenkliche Umstände hinzu. Zum einen wurde der Film mit beträchtlichen Summen Steuergeldes gefördert (die FFA förderte mit 550.000 Euro, der DFFF mit 860.000 Euro, das Medienboard Berlin-Brandenburg mit 900.000 Euro). Die Fördergremien müssen sich die Frage stellen, ob sich eine derartige Unterstützung einerseits und eine derartige Behinderung eines öffentlichen Diskurses andererseits miteinander vereinbaren lassen - insbesondere, da es sich bei Til-Schweiger-Filmen inzwischen nicht mehr um die Ausnahme, sondern um die Regel handelt.

Zum anderen war in den zurückliegenden Wochen war in den vergangenen Wochen eine Selektion nach Unterwürfigkeit zu beobachten. Einzelne Medienvertreter bekamen "Zweiohrküken" oder Ausschnitte daraus zu sehen; deren Auswahl erfolgte offensichtlich nach dem Prinzip, von wem eine positive Kritik zu erwarten war und von wem nicht. Ein solches Verhalten seitens einer Produktion und seine Tolerierung durch einen Verleih zerstört die Grundlagen der Zusammenarbeit in der Filmbranche.

Der VDFK unterstützt alle Medien, die sich auf Grund dieser Umstände entschlossen haben, über "Zweiohrküken" nicht zu berichten.

Dr. Andrea Dittgen, Geschäftsführerin

Hanns-Georg Rodek, Vorstandssprecher

DER FILMVORFüHRER MUSS BLEIBEN!

Berlin, den 1. Dezember 2009
Protestschreiben an RBB

Sehr geehrte Frau Reim,

Mit großer Bestürzung haben wir von den Überlegungen des RBB, die Sendung DER FILMVORFÜHRER zum Jahresende ein zu stellen, gehört.

Mit dem renommierten Kinomagazin verliert die Zuschauer in der Region Berlin-Brandenburg und die ARD eine beliebte Sendung, die kompetent und unabhängig über die wichtigsten Filmstarts und Entwicklungen in der nationalen und internationalen Filmszene informiert. Viele anspruchsvollere europäische und deutsche Produktionen abseits des Mainstream haben nur über solche Sendungen überhaupt noch die Chance wahrgenommen zu werden.

Wir empfinden die Entscheidung bedauerlich, weil sie in eine Zeit fällt, in der Marketing-Abteilungen der amerikanischen und der großen deutschen Verleiher Millionen einsetzen, um ihre Filme auf dem Markt zu drücken und die Filmkritik generell auszuschalten. Das führt zu Premierenberichterstattung statt Filmkritik. Außer dem "Filmvorführer", "Kino Kino" im BR und "Neu im Kino" (ZDF) gibt es schon jetzt keine unabhängige Kinoberichterstattung in der deutschen TV-Landschaft mehr.

Dem Zuschauer sollte beides ausgewogen erhalten bleiben, die Berichte über den Roten Teppich als auch die fundierte Auseinandersetzung mit dem Film. Nur so kann der öffentlich-rechtliche-Rundfunk weiter seinen Grundauftrag erfüllen. Mit der Bitte, Ihre Entscheidung nochmals zu überdenken, verbleiben wir mit freundlichen Grüßen

Dr. Andrea Dittgen, Geschäftsführerin

Hanns-Georg Rodek, Vorstandssprecher

HOW WOULD KRACAUER DO IT?

Einladung zum Symposium des VDFK in Oberhausen

Neue Perspektiven der Filmkritik zwischen Boulevard und Wissenschaft, Krise und Netz - Symposium des Verbands der Deutschen Filmkritik

Montag, den 6. Mai 2013

12.30-15.30 Uhr im Podium/Festival Space (gegenüber vom Lichtburg Kino) Elsässer Straße 28-30, 46045 Oberhausen

How would Kracauer do it?

Der für alle Interessierten offenen Veranstaltungsrunde geht es vor allem darum, Sichtweisen junger Filmkritiker mit denen älterer Generationen ins Gespräch zu bringen, und Perspektiven, Bedingungen und die Tradition des gegenwärtigen Schreibens über Film zum Thema zu machen.

Ziel ist eine Ortsbestimmung unabhängiger wie abhängiger Filmkritik.

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PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK: DIE PREISTRäGER 2012

Mit dem Preis der deutschen Filmkritik 2012, den der Verband der deutschen Filmkritik am 11.2.2013 in Berlin verlieh, wurden „Barbara" von Christian Petzold als bester Spielfilm und „Oh Boy" von Jan Ole Gerster als bester Debütfilm ausgezeichnet.

FILM UND KRITIK: TIL SCHWEIGER UND ANDREAS KILB IM GESPRäCH

Am 4. Februar 2013 findet die Auftaktveranstaltung einer Reihe Film und Kritik statt, die die Akademie der Künste Berlin in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik organisiert.
Eintritt: 3 Euro, Kartenreservierung: Telefonisch unter 030-200 57-1000 oder per email unter ticket@adk.de

Mitglieder des VdFk haben mit Vorlage des Ausweises freien Eintritt.

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GERHARD SCHOENBERNER GESTORBEN

Am 10. Dezember 2012 ist der Publizist und Kurator Gerhard Schoenberner gestorben.

HEIKE HURST GESTORBEN

Unsere geschätzte Kollegin und Verbandsmitglied Heike Hurst ist am 30.11.2012 in Paris verstorben.

Aus diesem Anlass veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung durch die Autoren eine Ode an sie, verfasst von Erika und Ulrich Gregor, erschienen im Schnitt #68 04.2012.

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BEWAHRUNG DES FILMERBES GEFORDERT

Die Forderung nach einem Bündnis für die Bewahrung des deutschen Filmerbes ist das Ergebnis des VdFk-Forums auf dem cinefest Hamburg.

WAHLFREIHEIT BEI DEN SPRACHFASSUNGEN - IM ZWEIFEL OMU

Offener Brief an die Filmverleiher in Deutschland

Berlin, den 14.11.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir beobachten mit großer Sorge, dass bei den Pressevorführungen Ihrer Filme immer öfter nur noch die deutsch synchronisierte Fassung angeboten wird. Wir kennen die Argumente, die hierfür vorgebracht werden: Kritiker würden diese fordern, um die Filme in der gleichen Version wie das Publikum zu sehen, Nicht-Muttersprachlern entgingen Feinheiten der (oft dialektgeprägten) Originalversion, Kinderfilme sollten zusammen mit Kindern erlebt werden, Abendvorführungen zusammen mit Begleitungen, die der Fremdsprache weniger mächtig seien.

In unseren Reihen gibt es durchaus Kollegen, die sich die Option wünschen, einen Film synchronisiert sehen zu können. Keiner aber fordert, dass Sie lediglich die deutsche Fassung zeigen: Selbst diejenigen, die sich am stärksten dem Serviceaspekt verschrieben fühlen, also der Beurteilung der Produkte, wie sie später im Kino und im TV zur Verfügung stehen, sind sich dessen bewusst, dass nur ein vergleichender Blick auf Original und Synchronversion diese Beurteilung erlaubt.

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