Stellungnahme des VDFK zur Novellierung des Filmfördergesetzes 2014

Februar 2012
Stellungnahme des VDFK zur Novellierung des FFG

Februar 2012

Die internationale Filmbranche ist in einem gravierenden Umbruch. Die Digitalisierung von Produktion und Verleih haben für Filmemacher und die Distribution ihrer Filme neue Wege eröffnet, die durch die Konservierung des bisherigen Verleihmodells durch die Modalitäten bei der Digitalisierung jedoch kaum zum Tragen kommen können. Durch die Focussierung der Digitalisierung auf den von den großen Hollywood-Studios geforderten hohen Sicherheitsstandard und die damit verbundenen Kosten für die Verleiher, werden sich die Chancen für Arthouse-Filme überhaupt ins Kino zu kommen weiter verschlechtern, eine Marktbereinigung ist zu befürchten.

Zugleich beobachten wir einen grundlegenden Wandel in der Filmrezeption. Weltweit dominieren wenige mit hohem Marketing-Aufwand ins Kino und auf DVD herausgebrachte Event-Filme die Wahrnehmung durch die Zuschauer. Die breite Masse des Filmangebots verfügt nicht über diese finanziellen Werbemittel und hat so kaum Möglichkeiten, sich in der Öffentlichkeit angemessen darzustellen und für einen Kinobesuch zu werben. Für ihre Auswertung sind Festivals unverzichtbar geworden, Festivalpreise machen das Publikum aber kaum neugierig auf einen Kinobesuch.

 

In Deutschland verzeichnen wir in den vergangenen zehn Jahren einen sprunghaften Anstieg der Zahl der Produktionen, mit der Quantität ist die Qualität nicht in ausreichendem Maße gewachsen. Wie schon in den 1990ern sind beinahe ausschließlich Komödien Garanten für Erfolge beim Publikum, nur historische Stoffe können mithalten. Genres wie Thriller, Krimi made in Germany funktionieren nach wie vor im Kino nicht.

Das deutsche Fördersystem steckt seit der Novellierung des FFG 2004 und der Einführung des DFFF viel Geld in die Produktion, es fehlt an Mitteln für eine adäquate Herausbringung der Filme. Wobei wir bei der Produktionsförderung feststellen, dass seit der Abstinenz der FFA bei der Förderung von „Keinohrhasen" und anderer Förderinstitutionen bei „Das Leben der anderen" zunehmend Populäres mit hohen Summen und mit der Gießkanne gefördert wird.

Doch trotz aller Fördergremien und aller Experten, die Drehbücher begutachten, gehen zu viele Filme mit grundlegenden Fehlern in Dramaturgie und Figurenzeichnung in Produktion.

 

Ein Hindernis ist nach wie vor die Zersplitterung der Filmförderung mit der regionalen Bindung der Mittel. Zu viel Geld fließt dadurch in Hotel- und Reisekosten statt in die Produktion.

Der Erfolg des Studios Babelsberg bei der Akquise von internationalen Projekten hat Neider geweckt. Die Regionalförderungen machen sich Konkurrenz im Rennen um diese Filme, in Bayern wird sogar ein Studio gebaut, das die weltweiten Überkapazitäten in diesem Bereich vergrößert, was langfristig nur zu einem ungesunden Preiswettbewerb führen kann. Und nachdem der DFFF in vielen Ländern Europas kopiert wurde, ist es wieder schwieriger geworden, internationale Produzenten nach Deutschland zu locken. Studio Babelsberg hatte für 2011 eine Gewinnwarnung herausgegeben, das Auftragsvolumen konnte nach dem starken Jahr 2008 nicht dauerhaft auf hohem Niveau stabilisiert werden. Auf europäischer Ebene muss eine Lösung angestrebt werden, um diesen ungesunden Kreislauf, Hollywood immer günstigere Konditionen zu bieten, zu durchbrechen.

 

Weder jahrzehntelange Förderung durch Bund und Länder noch der DFFF haben dazu geführt, dass die deutschen Produzenten ihre Eigenkapitalbasis stärken konnten. Sie hängen am Tropf der Filmförderung, müssen produzieren, um laufende Kosten zu decken. Bleiben Folgeprojekte aus, bringt dies Firmen in Schieflage, was nicht zuletzt die Insolvenzplanzverfahren der vergangenen Monate gezeigt haben.

Um die Eigenkapitalbasis zu verbessern, haben die Produzenten jahrelang im Rahmen der FFG-Gesetzgebung mit dem Fernsehen um die Rechtelaufzeiten gestritten. Während die Pro7Sat1-Gruppe und das ZDF die erworbenen Rechte im ganzen Umfang nutzt, liegt das Programmvermögen bei der ARD oft brach, selbst ein Film wie „Die innere Sicherheit" wurde nur einmal im Hauptprogramm ausgestrahlt.

Die Regelungen im FFG zum Rechteerwerb sollten sich daher auf einen Mindestzeitraum zwischen Kino-Premiere und Ausstrahlung beschränken, alle anderen Regelungen zu Laufzeiten u.ä. sollte den Verhandlungen zwischen den jeweiligen Vertragspartnern vorbehalten sein.

 

Das Fernsehen hat einen viel zu hohen Stellenwert bei der Entscheidung, welche Projekte realisiert werden - besonders unter dem Aspekt, dass sein Finanzierungsanteil in den vergangenen fünf Jahren von 14% auf 7% gesunken ist. Die RTL-Gruppe hat sich völlig aus der Produktion zurückgezogen, bei ARD und ZDF stagnieren die Budgets für fiktionale Produktionen. Der „Amphibienfilm" ist wieder ad acta gelegt.

Bei den Dokumentarfilmen ist die Kofinanzierung durch die Sender auf ein lächerliches Niveau gesunken, allgemein klagen die Dokumentarfilmer, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender aus der Produktion zurückgezogen haben. Dass die Zahl der Dokumentarfilme, die im Kino Premiere haben, in den vergangenen fünf bis zehn Jahren relativ konstant blieb, ist der Unterstützung der Produktion durch den DFFF geschuldet. Die Mehrzahl der Filme erreicht jedoch Zuschauerzahlen im Kino unter der Wahrnehmungsgrenze. Wir haben daher den Eindruck, dass bei der Förderung von Dokumentarfilmen durch den DFFF der befürchtete Effekt der indirekten Sendersubventionierung eingetreten ist.

Der Verband hat daher Sympathien für die grundsätzliche Überlegung der AG Dok, das gegenwärtige System der öffentlich-rechtlichen Sender nicht als in Stein gemeißelt anzusehen. Die Fernsehgebühren könnten auch für Neugründungen fließen, das könnte deren Akzeptanz erhöhen.

 

Die enge Verzahnung von Sendern und Produktion hat zunehmend negative Effekte auf den Nachwuchs. Hochschulabschlussfilme werden zunehmend von ARD und ZDF kofinanziert, auch weil die Hochschulen von den Ländern unzureichend finanziell ausgestattet werden. Das Gros der Diplomfilme muss aber mit überaus bescheidenen Budgets realisiert werden - das macht die Studenten oft zu Sponsorenjägern. Die Stoff-Entwicklung gerät ins Hintertreffen, weil die Aufmerksamkeit darauf gerichtet ist, das Drehen überhaupt erst möglich zu machen.

Die Unterstützung der Sender bräuchten die jungen Filmemacher jedoch bei ihrem ersten oder zweiten Spielfilm auf dem freien Markt, den viele gar nicht mehr realisieren können. Es bleibt der jungen Regiegeneration keine Zeit, ihren Stil und ihre Handschrift zu entdecken und zu entwickeln.

 

Nicht zuletzt erfordern die Digitalisierung der Kinos und des Fernsehen von den Produzenten auch für Wiederholungen digitale Kopien, die Finanzierung der digitalen Bearbeitung überlassen sie dem Eigentümer der Rechte. Dies setzt auch die Lösung der Filmarchivfrage im Rahmen des FFG auf die Tagesordnung.

 

Der VDFK denkt daher, dass das FFG umgestaltet werden muss, um die künstlerische und wirtschaftliche Eigenverantwortung der Produzenten zu stärken und die deutsche Filmlandschaft für das 21. Jahrhundert fit zu machen. In diesem Kontext muss der DFFF novelliert und sollten die Länderförderungen angepasst werden.

 

Das heißt konkret für die Bestimmungen des FFG:

Referenzfilmförderung

  • Produzenten und Verleiher erreichen mit der Referenzfilmförderung das Recht, Paketförderungen zu beantragen, die ihnen alleine die Verantwortung für die sachgemäße Ausgabe der Mittel für kommende Filme lässt.

Produktionsförderung:

  • Einzelprojekte werden nur noch im Nachwuchsbereich von Kommissionen bewilligt, hier wird der Zwang zur Kinoauswertung (auch in den DFFF-Regularien) von der Möglichkeit, den Film auf nationalen und internationalen Festivals auszuwerten, ersetzt.

  • Drehbuchautoren können eigenständig Mittel beantragen, wobei auch hier der Schwerpunkt beim Nachwuchs zu setzen ist. Auch die Drehbuchweiterentwicklungsförderung sollte fortgeführt werden.

  • Ansonsten ist grundsätzlich der Produzent verantwortlich, wie Fördergelder (Paketförderung) über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden - von der Drehbuchentwicklung, über dessen Weiterentwicklung bis zur Unterstützung von Verleih- und Festivalteilnahmen und der Hinterlegung einer 35mm-Kopie oder eines DCI-Masters im Bundesfilmarchiv und die FBW-Bewertung. Nach holländischem Modell ist auch die Bildung eines Eigenkapitalstocks anzustreben.

  • Alle mit Fördergeldern entstandenen Filme müssen der Presse in acht deutschen Städten gezeigt werden.

Verleihförderung

  • Verleih- und Marketingförderung müssen erhöht werden, eine Arbeitsteilung mit den Regionalförderungen der Länder wäre sinnvoll.

  • Auch die Einzelbestimmungen des FFG zur Verleihförderung sind auf ein Minimum zu reduzieren, sie müssen an die Möglichkeiten der digitalen Welt angepasst und die Eigenverantwortung der Verleiher gestärkt werden.

  • Langfristig wird die Förderung von Zusatzkopien entfallen. Sie wird ersetzt von der Förderung des Listungsanteils der Verleiher für den Zugang zu den teuren technischen Systemen, die das Ziehen von Raubkopien verhindern sollen.

Die Maßstäbe, die an Verleiher im Rahmen der DFFF-Förderung angelegt werden, müssen strenger werden.

Festivalförderung

  • Festivalteilnahmen sind förderfähig, ebenso Initiativen nichtkommerzieller Verleiher, deutsche Film im In- und Ausland ins Kino zu bringen

  • Zugleich werden Festivals analog der Kinos in das Abgabesystem einbezogen. Dies erscheint uns sinnvoll, da Festivals, insbesondere die Berlinale, Publikumsmagneten geworden sind. Damit kann die seit Jahren bekannte Negativseite der Berlinale ausgeglichen werden, dass sie bei Arthouse-Filmen das potentielle Publikum in Berlin abschöpft, Verleih und Kinos später das Nachsehen haben.

Kinoförderung

  • bislang liegt der Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Restaurierung und Werterhaltung der Kinos, förderfähig sollte auch die Arbeit mit dem Filmen werden, z.B. mit dem Kinder- und Jugendfilm oder Archivfilm.

DVD-Vertrieb

  • Video-on Demand wird langfristig den Verkauf von DVDs ablösen, die Anbieter sind

in das Abgabensystem einzubeziehen.

Referenzfilmförderung

  • Jährliche Überprüfung der Festivalliste für die kriteriengestützte Referenzfilmförderung.

  • Aufnahme des Filmpreises der Kommunalen Kinos in die Referenzfilmliste

Gremien

  • Grundsätzlich sind Überlegungen zu begrüßen, die Gremien zu verkleinern, um deren Arbeitsfähigkeit zu optimieren. Filmarchive- und Filmkritiker sind bislang aber nicht in den Gremien der FFA vertreten. Deshalb sollte der Kinematheksverbund erstmals in den Kreis der Mitglieder des Verwaltungsrats aufgenommen werden, der VDFK möchte wieder zu diesem Kreis gehören.

 

 

 

Folgende Probleme der deutschen Filmwirtschaft sind ebenfalls zu lösen

 

  1. Schaffung eines Aushängeschilds nach skandinavischen Vorbild

    Das Dänische oder das Schwedische Filminstitute sind zentrale Anlaufstellen für Filmemacher und Zuschauer gleichermaßen. Neben den wichtigsten Gremien beherbergt es eine eigene Bibliothek und ein Kino. Solche regelmäßigen Treffpunkte mit dem potentiellen Publikum fehlen der FFA, aber auch der Filmakademie, den Archiven und den regionalen Förderern. Kleines Vorbild ist hierfür schon die FBW in Wiesbaden, deren Räume regelmäßig für Filmveranstaltungen genutzt werden.

     

  2. Heranführung von Kindern und Jugendlichen an das Medium Film

    Auch hier lohnt ein Blick in den Norden Europas. 25% der Fördermittel für Produktion und Verleih mussten jahrelang in Dänemark für Kinder- und Jugendfilme ausgegeben werden, der Gesamtmarktanteil des dänischen Films liegt meist über 20%. Das ist auch in Deutschland anzustreben.

    Denn in Deutschland war der Jubel 2009/10 über den einheimischen Marktanteil eine Mogelpackung, er wurde von den Hollywood-Produktionen des Studio Babelsbergs getragen. 2011 folgte wieder ein schwaches Jahr mit wenigen „Besuchermillionären".

    Der anspruchsvolle deutsche Film lässt das Publikum bis auf wenige Ausnahmen kalt und es verschwinden auch die Kinos aus den Innenstädten, die ihn pflegen. Insbesondere die aktuelle Produktion von Kinder- und Jugendfilmen, die nicht auf Bestsellern oder populären Figuren aus Comic oder Fernsehen beruhen, hat keine Chance, überhaupt von der Altergruppe im Kino wahrgenommen zu werden. Wenn Generationen nur noch mit dem Mainstream in Multiplexen aufwachsen, werden sie auch als Erwachsene kaum dem europäischen Arthouse-Film eine Chance geben.

    Um diese Entwicklung zurückzudrehen, müssen Bund Länder und auch die Filmwirtschaft selbst Geld in die Hand nehmen und von Frankreich lernen, um die nachwachsende Generation an den Film heranzuführen. Die Förderung der Produktion und des Kinobesuchs von Kindern und Jugendlichen für sie altersgerechte Filme ein Förderschwerpunkt werden.

    In Berlin arbeitet das Kinderfilmbüro seit Jahren ausgezeichnet, es organisiert mit den Spatzenvorstellungen für das Kita-Alter und dem Kinderfilm des Monats in 20 Berliner Filmtheatern ein hervorragendes Programm, an das andere Länder anknüpfen können.

    Der wichtigste Schritt ist es aber, für die Kinos Anreize zu schaffen, um beispielsweise in Sonntagsmatineen oder am Nachmittag ein altersgerechtes Kinoprogramm anzubieten.

  3. Reformierung von Vision Kino

    Die Gründung der Vision Kino war ein Schritt in die richtige Richtung, doch hat sie leider dazu geführt, dass Länder und Kommunen ihre Mittel für die finanzielle Unterstützung regionaler Projekte zurück gefahren haben. In vielen Orten wechselten die Schulkinowochen von Kommunalen- und Arthouse-Kinos in Multiplexe, die Schüler lernen so nie eine andere Form des Filmtheaters kennen. Eine Vor- und Nachbereitung der gesehenen Filme im Kino erfolgt kaum, das bleibt nicht ausgebildeten Lehrern überlassen. Durch die enge Verbindung zwischen Vision Kino und HDF hat sich der Focus auf die von den größeren Verleihern ins Kino gebrachten Filme zunehmend eingeengt.

    Bund und Länder sollten daher über neue inhaltliche Akzente nachdenken. Die Vision Kino sollte zentraler Anlaufpunkt sein, Begleitmaterialien erstellen, in Zusammenarbeit mit dem DIF und der Datenbank der Europäischen Kinderfilminitiative eine Filmdatenbank über die in Deutschland für die Altergruppe verfügbaren Titel aufbauen, Schulungen für Lehrer und andere in der Medienpädagogik tätige Personen anbieten, Projekte vernetzen. Die Organisation der Veranstaltungen ist dann aber vor Ort besser aufgehoben.

  4. Kurzfilm

    Die bei der vergangenen Novellierung des FFG beschlossenen Änderungen haben es nicht geschafft, dem Genre einen Platz im Kino zurückzugeben. Hier ist über grundsätzliche Neuansätze nachzudenken. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kurzfilme nicht alleine als Vorfilme eingesetzt werden müssen. Die Definition eines Kurzfilms (bislang auf 15 Min. beschränkt) ist den Kriterien anzupassen, nach denen das BKM seine Kurzfilmpreise vergibt.

  5. Ballung der Filmstarts zwischen Berlinale und Deutschem Filmpreis

    Jedes Jahr dasselbe Ärgernis. Zwischen amerikanischen Blockbustern und Oscar-Anwärtern starten so viele deutsche Filme, dass sie weder in den Medien besprochen, noch in den Kinos ordentlich ausgewertet werden können. Nach der Berlinale ballen sich die Filme nochmals, da alle bis zur Filmpreis-Nominierung im Kino sein wollen und auf den Markteting-Effekt der Berlinale-Berichterstattung setzen. Das wirtschaftliche Potential vieler Filme bleibt so ungenutzt. Das schwächt die wirtschaftliche Bilanz des deutschen Films, langfristig aber auch die Berlinale. Wir beobachten, dass die deutsche Filmemacher wie Tom Tykwer oder Andreas Dresen nach Cannes, Venedig oder auf die großen nordamerikanischen Festivals des Herbstes gehen, um ihre Filme im Herbst anschließend mit ordentlicher Startberichterstattung durch die Medien auf dem deutschen Kinomarkt auswerten zu können.

    Daher sollte der Deutsche Filmpreis endlich wie alle großen internationalen Filmpreise das Kalenderjahr berücksichtigen.

    Außerdem sollte ein Filmpreis für die beste Koproduktion mit drei Nominierungen werden, um Produzenten wie Razor oder EgoliTossel Filmproduktion ebenso die Möglichkeit zu geben, Geld für die nächste Produktion oder Referenzpunkte zu generieren.

    Grundsätzlich muss das Abstimmungsprozedere transparenter werden. Wir wissen, dass Jurys in Sichtungswochen nicht komplett sind. Vorführungen werden nach wenigen Minuten abgebrochen. Und es reicht nach dem neuen Abstimmungsverfahren wohl nicht mal zwei Dutzend Befürworter einer Nominierung, um unter die sechs Kandidaten zu rutschen.

  6. Langzeitarchivierung und Digitalisierung

    Durch die Digitalisierung der Kinos ist endlich auch das Problem der Langzeitarchivierung wieder in den Blickpunkt gerutscht. Wobei zwei Felder zu unterscheiden sind:

     

    • Digitalisierung von Filmkopien - die Kosten müssen auf Nutzer und Rechteinhaber verteilt werden, Förderung von Bund und Ländern wird ebenso nötig sein wie eine gezielte Unterstützung von Digitalisierungsmaßnahmen von vor 2014 entstandenen Filmen durch die FFA mit 1% ihres Budgets. Wünschenswert ein an den Pakt zur Digitalisierung der Kinos angelehntes Bündnis für den Film.

    • Die finanzielle Sicherung der Arbeitsfähigkeit der Archive und des Zugangs zum deutschen Filmerbe. Auch hier sind Bund und Länder in der Pflicht, aber auch die deutsche Filmwirtschaft sollte sich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen. Pro Jahr gehen 500.000 Euro aus dem FFA-Etat an die Archive des Kinemathekenverbunds mit Schwerpunkt Bundesfilmarchiv für die Sicherung der Film-Materialien.

  7. Prädikate FBW

    Die bisherige Regelung des FFG benachteiligt Dokumentarfilme, viele Verleiher reichen ihre Filme aber nach wie vor nicht für die Prädikatisierung ein, da die Kosten für die Sichtung die finanziellen Effekte in der Referenzförderung übersteigen. Nachdem das Land Hessen eine Bestandsgarantie für die FBW gegeben hat, sollte das Prädikat zu einem Gütesiegel werden und das gesamte bisherige System von Filmsichtung und Berücksichtigung in der Referenzförderung so überarbeitet werden, dass sich ein „Besonders Wertvoll" und „Wertvoll" auch auszahlt.

    Alle DFFF-geförderten Filme müssen ebenso wie die fsk auch die FBW passieren. Prädikate führen abgestuft zur automatischen Förderung des Verleihs durch die FFA und Länderförderungen. Die Referenzförderung wird umgestellt: Es gibt keine Mittel mehr, sondern nur das Recht Paketförderungen für weitere Starts zu beantragen.

 

Weitere Stellungnahmen des VDFK zur Filmförderung:

Stellungnahme zum Gesetzentwurf zur Novellierung des Filmfördergesetzes (10.04.2013)

Stellungnahme zum Referentenentwurf des Filmförderungsgesetzes (30.07.2012)


Urteilsverkündung am 28. Januar 2014

Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichtes (13.12.2012)